Menschen, die sich gegen Kinder entscheiden, werden zunehmend, beobachtete vor Kurzem unsere Autorin Tanja Dückers, besonders Frauen. Dabei gelten doch gerade kinderlose Singlefrauen als emanzipiert. Sind Kinder- und Partnerlosigkeit wirklich ein Makel? Wir wollten von unseren wissen, wie das soziale Umfeld auf kinder- und partnerlose Menschen reagiert. Die Frage richtete sich explizit auch an Männer, aber es antworteten ausschließlich Frauen. Unsere Leserinnen äußerten sich in über 100 Kommentaren sehr bedacht und vorwurfslos. Viele forderten: Egal, ob sich eine Frau für oder gegen Kinder entscheidet, sie sollte sich für ihre Entscheidung nicht rechtfertigen müssen. Die Reaktionen, mit denen sich kinderlose Frauen den Kommentaren zufolge zum Teil konfrontiert sehen, zeigen jedoch, dass Rechtfertigungen zum Alltag gehören. Wir haben exemplarisch ein paar Stimmen aus den Facebook-Kommentaren ausgewählt. Daneben erreichten uns einige Leserartikel zum Thema freiwillige Kinderlosigkeit. haben wir bereits veröffentlicht, weitere werden folgen.

"32, kinderlos, nicht verheiratet, obwohl in einer langjährigen Beziehung. Plane nicht, daran irgendetwas zu ändern, weil ich mich genau SO wohlfühle. Von 'Du bist doch irgendwo nicht richtig im Kopf', 'Du bist egoistisch', 'Bei dir ist doch in der Kindheit was falsch gelaufen, dass du keine Kinder willst' bis 'Dann bist du doch keine vollwertige Frau', 'Du musst doch den Generationenvertrag erfüllen', 'Du solltest mehr Rentenbeiträge zahlen' und ähnliche pseudo-moralschwangere/selbstgerechte Sprüche darf ich mir regelmäßig anhören. Davon, dass ich das Recht habe, mein Leben so zu führen, wie es MICH glücklich macht, KEIN Reden. Klar ist es egoistisch in dem Sinne, dass ich an mich denke, ich hab ja auch nur das eine Leben."

"Meiner Meinung nach gilt nur eine erfolgreiche, gut situierte Frau als emanzipiert. Kinder- und partnerlose Frauen sind zwar als Arbeitskraft willkommen, werden ansonsten aber mit Mitleid, Vorwurf oder Anfeindung bedacht. Meine Mutter hat 'aufgegeben', an einen Enkel von mir zu glauben. Ich habe das Gefühl, dass meine Schwester mit ihren Kindern als mehr wert gilt in der Familie."

"Mit jetzt 36 kommen die Einschläge näher. Meist sind es Menschen mit Kindern, die dich abwerten, allerdings nicht im Freundeskreis. Erst diese Woche sprach mich meine Frauenärztin beim Routinecheck an 'Wie sieht's denn aus mit dem Kinderwunsch?'. Ich dachte mir noch 'Frag' mich doch vorher mal, ob ein Partner existiert!', antwortete auch dementsprechend, da nickte sie nur verständnisvoll und sagte knochentrocken sinngemäß sowas wie 'Es gibt auch Samenbanken.'"

"Es ist eigentlich egal, was andere sagen, Frausein wird immer Zerrissenheit bedeuten. Hast du Kinder, fehlt dir dein Leben, hast du keine, lässt dich das Gefühl nicht los, dass du was verpasst. Keine Lösung in Sicht. Es bleibt die Selbstzerfleischung."

"Ob man WIRKLICH davon überzeugt war, dass ein Leben ohne Kinder das Richtige gewesen ist, stellt sich erst am Lebensabend heraus. Ich habe – berufsbedingt – schon Senioren zusammenbrechen sehen, die trotz finanzieller Unabhängigkeit und Erfolg im Leben die Entscheidung, kinderlos zu bleiben, bitter bereut haben."

"Wenn ich nach meinem Wunschtraum für die Zukunft gefragt werde und ich dort 'einen Job, der mich erfüllt und eine Eigentumswohnung' angebe, sehen mich alle immer verwundert an und meinen 'Waaaas? Nicht: Verheiratet, Kinder und ein Haus am Strand?' Dann wird auch automatisch 'Du bist ja noch jung, das wird sich schon ändern!' hinterhergeschoben. Wenn man dennoch Konter gibt, dreht man sich im Kreis. Es wird einfach new single chip hall sensor for three phase brushless motor control nicht verstanden, dass es Menschen gibt, die Kinder nicht leiden können und das Leben eben anders priorisieren."

"Kinderlos, Single und glücklich und zufrieden wie der Mops im Haferstroh und nie wirklich welche gewollt. Die meiste Zeit frage ich mich, warum die Leute um mich herum Kinder in die Welt setzen, um die sie dann nicht wirklich Lust haben, sich zu kümmern, oder die dann TOTAL überrascht sind, wie anstrengend und schwierig das Leben auf einmal ist. Und wie ich bald die Uhr danach stellen kann, wann die ersten Probleme zwischen den Eltern auftreten, bis sie sich dann irgendwann trennen, nicht ohne vorher fremd gegangen zu sein, dann aber ein TOTAL schlechtes Gewissen der Kinder wegen zu haben. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass ich jemals wegen meiner Kinderlosigkeit diskriminiert worden bin, und wenn, hab ich's nicht gemerkt. Letztlich wäre mir das auch wurscht. Jeder soll nach seiner Façon leben."

"Ich will und wollte niemals Kinder in die Welt setzen. U.a. deswegen, weil es meiner Lebensphilosophie partout nicht entspricht, mir die Unabhängigkeit das Wichtigste ist, ich mich beruflich verwirklichen will, sowie aus vielen Gründen mehr, was ein Großteil der Menschen, mit denen ich mich darüber unterhalte, einfach nicht verstehen will bzw. nicht verstehen kann. Ist jedenfalls sehr erschreckend, wie begrenzt doch das Vorstellungsvermögen mancher ist, denen es so schwer fällt, sich ein glückliches Leben abseits des konservativen Ideals auszumalen."

"39, kinderlos und sehr glücklich. Ich wurde deshalb nie schief angesehen oder musste mich rechtfertigen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass in meinem Freundeskreis die meisten keine Kinder haben. Ich hab auch eher das Gefühl, dass Frauen mit Kindern (vor allem junge Mütter) sich eher rechtfertigen müssen als umgekehrt."

Zusammengestellt von Dobromila Walasek


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