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  1. Seite 1 — Ein Megaevent im bedrohten Alptal
  2. Seite 2 — 80 Millionen Euro Kosten main post würzburg bekanntschaft

Das Luxushotel wirbt mit "magischer Lage" zwischen Karwendel, Wetterstein und Zugspitze "im vielleicht schönsten Tal der thailänderin in deutschland kennenlernen Alpen", mit "ultimativ zeitgemäßer Spa-Kultur", einem einzigartigen Kulturprogramm sowie einem politischen Großereignis. Denn im Schloss Elmau Retreat, einer neugebauten Dependance des benachbarten gleichnamigen Fünf-Sterne-Hotels in einem abgelegenen Tal des Wettersteingebirges, wollen sich Angela Merkel, Barack Obama und die übrigen Lenker der am 7. und 8. Juni kommenden Jahres treffen. Ein Gipfel unter Gipfeln, in abgeschiedener Lage. Und damit, so hoffen Bundesregierung und bayerische Staatsregierung, nicht nur in angenehmer Natur, sondern vor allem möglichst ungestört von Gegnern und Demonstranten.

Die Vorbereitungen laufen seit einiger Zeit. Die einzige Straße zum Tagungsort wurde ausgebaut, neue Wasser- und Abwasserleitungen und ein Breitbandnetz wurden verlegt. Ganz hinten im Tal hat man auf einem Wanderparkplatz einen Hubschrauberlandeplatz für die einfliegenden Staatsgäste angelegt. Er soll nach dem Gipfel renaturiert werden.

"Schauen wir mal", sagt Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz in Garmisch-Partenkirchen. Der Umweltaktivist war bis vor kurzem Revierförster im Elmauer Tal. Er fürchtet um das Naturparadies. Die Landschaft sei zu sensibel und ökologisch zu wertvoll für solche ein Großereignis, kritisiert er. Gerade im Frühjahr reagiere die Natur besonders empfindlich auf Störungen.  Und der Rummel könne nach dem Gipfel weitergehen, wenn die Leute sehen wollten, "wo der Obama geschlafen hat".

Die örtlichen Grünen teilen die Bedenken. Erstmals habe die Bundesregierung für das G7-Treffen eine Region ausgewählt, die "weiträumig von Naturschutzflächen höchster Bedeutung umgeben ist", kritisieren sie. Hier lebten seltene Tierarten wie Raufußhühner, Steinadler, Uhus, Gämse und Rothirsche. Das hohe Flugaufkommen vor und während des Gipfels – die Staatsgäste sollen per Helikopter eingeflogen werden – lasse "massive Beeinträchtigungen" befürchten. 

Gegner mobilisieren zum "Gipfelsturm"

Aber nicht nur Umweltschützer protestieren. Auch politischer Widerstand formiert sich. Ein Bündnis "Stop G7" will mit einer Großdemonstration und einem Alternativgipfel in München, einem Sternmarsch nach Garmisch-Partenkirchen und Camps sowie "Aktionen vor Ort" friedlich gegen das Treffen und die als militaristisch und neoliberal empfundene Politik der sieben singleboersen vergleich stiftung warentest führenden Industrieländer protestieren. Weniger friedlich gibt sich ein "Revolutionäres Bündnis", das im Internet anonym mobil macht. Eine Sprecherin berichtet von "erstem Probewandern in der Umgebung des Schlosses" und kündigt fürs nächste Jahr einen "Gipfelsturm" an. Man werde nicht zuschauen, wenn sich G7-Staats- und Regierungschefs verschanzten.

Dietmar Müller-Elmau, Besitzer des Luxushotels, das die G7-Teilnehmer beherbergen wird, sitzt entspannt im Wintergarten des Edelherberge und trinkt Tee. Das Schloss hatte sein Großvater, der protestantischen Prediger und Hitler-Verehrer Johannes Müller, von 1914 bis 1916 mit Hilfe reicher Gönner  errichten lassen – als Sanatorium des Geistes, wo er seinen Gästen "Urlaub vom Ich" versprach.

Müllers Weltanschauung vereinte christliche mit völkischen, lebensreformerischen und antikapitalistischen Elementen. Er scharte einen großen Kreis von Bewunderern um sich, der dem Haus auch nach dem Krieg die Treue hielt. Nach einem Großbrand 2005 wurde das in die Jahre gekommene Hotel als Fünf-Sterne-Plus-Ressort wiederaufgebaut. Betreiber Müller-Elmau betrachtet das Gipfeltreffen als Krönung seines Lebenswerks. "Von solch einer Veranstaltung träumt  jeder Hotelchef", sagt er stolz.

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