Frau lehnt treffen ab

frauen kennenlernen in frankfurt am main

Jedes Jahr kommen 50.000 Menschen nach Frankfurt, die nicht nur Wohnung und Job brauchen, sondern auch ein neues Sozialleben: Über das Kennenlernen in der Welt der Fluktuation.

worauf stehen jungs beim flirten alt="" data-sizes="928px" data-srcset="http://static2.fr.de/storage/image/1/7/6/6/476671_928x522_1oBncr_H2LzVS.jpg 928w" data-src="http://static2.fr.de/storage/image/1/7/6/6/476671_928x522_1oBncr_H2LzVS.jpg" src="http://www.fr.de/_/pics/spacer.gif" class="lazyload" /> Clubs wie das Gibson sind für den Austausch oft zu laut. Foto: peter-juelich.com

Jana Meier kam vor zwei Tagen nach Frankfurt. Es war die Arbeitsstelle, wie das eben so ist, wenn man als Mittzwanziger oder Mittdreißiger in Frankfurt strandet. Sie kennt niemanden hier, hat keinen Bezug zu der Stadt, auf der Arbeit sind alle deutlich älter als sie mit ihren 21 Jahren. „Schon bevor ich nach Frankfurt zog, habe ich die Gruppe „Neu in Frankfurt“ auf Facebook gefunden“, sagt Jana Meier, die in Wirklichkeit anders heißt. Jede Woche organisiert die Gruppe einen Stammtisch, zu dem inzwischen bis zu 100 Menschen kommen. Jana Meier lernte gleich drei junge Frauen kennen, die zwischen zwei Wochen und zwei Jahren in der Stadt sind und Anschluss suchen.

Gut 80 Menschen versammeln sich an diesem Donnerstagabend im O-Ton auf der Berger Straße, alle sind sie zugezogen, die einen schon etwas länger, die anderen etwas kürzer da. Die Organisatoren tragen schwarze T-Shirts, die sie als Ansprechpartner erkennbar machen, „diese Tische hier und die Leute da gehören zu uns“, sagt einer, „einfach dazustellen“. Gar nicht so einfach am Anfang, wann stellt man sich schon einfach zu einer Gruppe und sagt „hallo“. Doch die Frauen an Jana Meiers Tisch winken schon, „Na, zum ersten Mal hier?“

Zieht man für das Studium in eine andere Stadt, ist es einfach mit den Kontakten: Ist man nach der Orientierungs-/Einführungs-/Erstsemesterwoche noch alleine, lernt man spätestens in den ersten Seminaren Kommilitonen kennen. Zieht man für die Arbeit um, ist es etwas schwieriger: Auch wenn die Kollegen nett und im gleichen Alter sind, sind es Kollegen, und irgendwann landet man doch wieder beim Thema Arbeit. Und so gründete sich vor sechs Jahren, damals noch im sozialen Netzwerk StudiVZ, die „Neu in Frankfurt“-Gruppe, zum ersten Mal trafen sie sich die Teilnehmer an der Konstablerwache.

Um bei den „Neu in Frankfurt“-Gruppen aktiv zu werden, ist eine Facebook-Mitgliedschaft notwendig. Die Talk-Gruppe findet sich unter, dort findet sich auch eine Übersicht über weitere Gruppen im Rhein-Main-Gebiet. Die Meet-Gruppe ist unter zu erreichen. Die nächsten Stammtisch-Termine der Gruppe sind im Internet zu finden.

Eine weitere Kontaktbörse ist.

Der Link führt zu der Gruppe, die auch auf Xing aktiv ist. Sie organisiert häufig kostenpflichtige Ausflüge, etwa ins Rheingau, oder Kanutouren.

Auf der Website werden Begleitungen für verschiedene Events wie Theateraufführungen, Sportveranstaltungen, Barbesuche gesucht. Dort lassen sich auch Gesuche einstellen.

Viele Anbieter haben entdeckt, dass sich mit Kontaktangeboten viele Menschen erreichen lassen. Bei Cookasa ( wird etwa zusammen gekocht.

Hobbys eignen sich für eine erste Kontaktaufnahme: im Sportverein, beim Sprach- oder VHS-Kurs. (msk)

Nach und nach zog die Gruppe 2011 zu Facebook um und hat inzwischen rund 6000 Mitglieder. Seit vergangenem Sommer ist sie unterteilt in „Neu in Frankfurt Talk“ für Service-Anfragen wie Ärztelisten oder die beste Bar und „Neu in Frankfurt Meet“ für Kino- und Barbesuche. Dazu kommen etliche Untergruppen wie „Nordlichter in Frankfurt“, „Fußballspielen“ oder „Mädels in Frankfurt“. Auch eine weitere „Neu in Frankfurt“-Gruppe mit rund 3200 Mitgliedern gibt es; sie kooperiert mit einer gleichnamigen Gruppe im Berufsnetzwerk Xing, auch dort gibt es einen Stammtisch.

Inzwischen hat die Gruppe Probleme, für ihren Stammtisch, der wöchentlich entweder am Mittwoch oder Donnerstag stattfindet, Locations zu finden. „Unsere Vorstellungen und die Kapazität passen oft nicht“, sagt Nasir. Ein Restaurant soll es nicht sein, sondern eine Bar, in der man einfach in Kontakt kommt, etwa weil man steht. „Stehstammtische sind förderlich für die Kommunikation, wenn es nicht passt, kann man sich einfach wegdrehen. Das ist unauffälliger als wegsetzen.“

Theaterbesuche gehören dazu, wenn Neu-Frankfurter sich treffen. Foto: peter-juelich.com

Einst geriet die Gruppe etwas in Verruf: zu viele Männer, die nur auf der Suche nach Frauen waren, zu viele Männer, die Frauen sehr eindeutige Angebote machten. Inzwischen gibt es zehn Administratoren, die für Ordnung windows 8 kennenlernen und sicher anwenden sorgen und Mitglieder ermahnen und entfernen, wenn Frauen solche Anzüglichkeiten melden, darunter auch einige Frauen, die gezielt Ansprechpartner in solchen Fällen sein sollen. „Je größer die Gruppe wurde, desto mehr Admins waren gefragt“, sagt Alex Nasir, der seit drei Jahren als Cybersheriff unterwegs ist und beim Stammtisch viele kennt – weil einige inzwischen jede Woche kommen, zumindest aber den Namen hat er schon mal gehört. Seit zwölf Jahren wohnt er in Frankfurt, fühlt sich inzwischen als Einheimischer. Und doch will er fast jede Woche neue Leute kennenlernen.

Mit dem Kennenlernen geht es hier schnell: An jeder Ecke stehen Menschen, die nur deshalb hier sind. Ein paar Männer checken die Frauen, die durch die Tür kommen, doch von dem einstigen Problem ist nicht viel übrig geblieben. „Ich hatte mir ja ein wenig mehr erhofft“, sagt Jana Meier mit Blick auf die anwesenden Männer, „die sehen alle aus, als wären sie über 30.“ Wenn schon Leute kennenlernen, wieso nicht gleich Ausschau nach einem potenziellen Partner halten, das gilt eben auch für Frauen. Diejenigen, die den Stammtisch als wöchentliche Pflichtveranstaltung sehen, finden sich schnell, genau wie diejenigen, die ganz neu sind und hier Leute treffen wollen, mit denen sie dann außerhalb der Mega-Gruppe etwas unternehmen können.

Christian Stegmann gehörte einst zur Administratorengruppe; keinen kannte er, als er 2011 nach Frankfurt zog. Zunächst war Frankfurt nur der Ort, an dem sein Bett stand und an dem er Geld verdiente, sagt er; „durch die Gruppe habe ich die ersten losen Kontakte geknüpft, die nach und nach intensiver wurden.“ Der 33-Jährige besuchte die Stammtische, binnen weniger Wochen hatte er das Gefühl, angekommen zu sein. „In Frankfurt scheinen viele Menschen einsam und allein zu sein, da sie ihr Zuhause für den Job aufgegeben haben“, sagt er, „ich will hier inzwischen nicht mehr weg – erstmal.“

Ob sie in Frankfurt bleiben will, weiß Rebecca Krönung noch nicht. Seit etwas mehr als einem Jahr lebt sie in Frankfurt, auch sie der Arbeit wegen. Inzwischen hat sie mehrere Gruppen auf Facebook gegründet, etwa „Wohnen rund um die Berger Straße“, sie trifft sich lieber in kleiner Runde mit neuen Leuten, der Stammtisch ist ihr zu groß.

Fitness kann nicht schaden, wenn es ums Kennenlernen geht. Foto: Monika Müller

„Die Stadt ist wirklich schnelllebig“, sagt sie, „viele Kontakte“ bedeute eben nicht auch „viele Freunde“. Am Anfang inserierte sie bei ebay-Kleinanzeigen und suchte nach Kontakten, „da hat sich eine sehr gute Freundschaft entwickelt“. Aber auch ohne das Internet hat sie Bekanntschaften geschlossen: Die TG Bornheim ist Auffangbecken für die Gestrandeten, in Sportkursen geht das Kennenlernen schnell. „Aber richtige Freundschaften haben sich da nicht entwickelt.“

Viele setzen auf den Sport, schließen sich Vereinen oder Hobbymannschaften an. Mal bleibt es ein Treffen auf Zeit, mal entsteht mehr daraus.

Dass es ohne Internet geht, zeigt auch Gitta Räuchle. Als sie im August 2012 aus London nach Frankfurt zog, verbrachte sie viel Zeit in Pferdeställen, auf der Suche nach Reitbeteiligungen. Als das nicht klappte, machte sie mit einer Studienfreundin, die zufällig auch in Frankfurt landete, einen Singletanzkurs. „Mit einem Teil der Leute mache ich heute noch recht viel“, sagt sie, „zusammen tanzen gehen, brunchen, was trinken oder ins Theater gehen“. Dabei half, wie sie sagt, dass alle in der gleichen Situation waren: alle neu, alle offen für Kontakte. Dazu kamen Kontakte über Facebook, „nach etwa einem halben Jahr bin ich auch ziemlich in Freizeitstress geraten, weil ich viele lockere Bekannte hatte und nichts verpassen wollte“, sagt die 28-Jährige.

Haben sich Menschen erst gefunden, heißt das noch lange nichts, „Frankfurt ist eben eine Stadt mit hoher Fluktuation, ein ständiges Kommen und Gehen“, sagt die 32-jährige Rebecca Krönung, die keine Arbeitskollegen in ihrem Alter hat.

Hat man sich erst angefreundet, kann es sein, dass der neue Freund schon wieder weg ist; Flexibilität heißt das Stichwort dieser Generation – wenn die Arbeit ruft, kommt der Umzug, kommt der Neustart. 57 014 Menschen zogen im Jahr 2012 nach Frankfurt, 48 814 wieder weg. So bleiben viele Kontakte doch oberflächlich, „Man schließt sich mal der Gruppe an, mal der anderen Gruppe“, sagt Krönung, „man sagt nicht: Ich mache etwas mit einer bestimmten Person, man guckt selbst, worauf man selbst Lust hat und sucht sich dann die passende Gruppe.“

Im O-Ton deutet sich an, dass sich keine passende Gruppe gefunden hat. Das Gespräch kommt nur schwer in Gang, was mehr an der Lautstärke im Lokal als an den Leuten liegt. Ein Gesprächskiller. Kennenlernen ist anstrengend, man möchte sympathisch und nett wirken, muss überlegen, wie viel man gleich zu Beginn von sich preisgibt. So viel, dass Interesse geweckt ist, aber nicht so viel, dass das Gegenüber sich erschlagen fühlt.

Die Gespräche drehen sich darum, wer wann hergezogen ist, warum er hier ist, und dann finden sich auch schon die ersten Schnittstellen: ein Ort, an dem beide gewohnt haben, ein ähnliches Studienfach, ein Auslandsjahr. Nach zwei Stunden sind die Handy-Nummern getauscht.

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