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eines deutschstämmigen Farmers und einer Brasilianerin. Sie bekamen fünf Kinder: Heinrich (1871 – 1950), Thomas (1875 – 1955), Julia (»Lula«, 1877 – 1927), Carla (1881 – 1910) und Viktor (1890 – 1949).

polen frau sucht deutsche mann 13. Oktober 1891: Heinrich Mann stirbt. Es stellt sich heraus, dass sein Vermögen zusammengeschmolzen war. Das Familienunternehmen wird daraufhin aufgelöst; die Witwe Julia Mann zieht mit ihren drei jüngeren Kindern nach München, und die beiden älteren Söhne Heinrich und Thomas folgen nach dem Schulabschluss.

1901: Thomas Mann, der seit 1893 in München lebt, veröffentlicht seinen Roman. (Dafür bekommt er 1929 den.)

1904: Thomas Mann und Katharina (»Katia«) Pringsheim (1883 – 1980) begegnen sich.

Katia Pringsheim bestand 1901 als erste Frau in München das Abitur und studierte danach Naturwissenschaften. (Ab 1903 wurden Frauen in Bayern zum Studium zugelassen.)

Katias Vater ist der Münchner Mathematikprofessor Alfred Pringsheim (1850 – 1941); bei ihrer Mutter, der früheren Berliner Schauspielerin Hedwig Pringsheim (1855 – 1942), handelt es sich um die Tochter der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm (1831 – 1919). Die Familie bewohnt ein 1500 Quadratmeter großes Palais in der Arcisstraße, einem der Mittelpunkte des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in München.

11. Februar 1905: Thomas Mann und Katia Pringsheim vermählen sich. Sie beziehen eine von Katias Vater eingerichtete Siebenzimmerwohnung mit Bad in der Nähe des Palais Pringsheim.

9. November 1905: Erika Mann wird zu Hause geboren. Geschwister: Klaus (1906), Golo (1909), Monika (1910), Elisabeth (1918), Michael (1919).

Während sich der Dichter jeden Vormittag in sein Arbeitszimmer zurückzieht und ihn dort niemand stören darf, kümmert sich Katia um die Kinder, den Haushalt, die Manuskripte und die Korrespondenz ihres Mannes. – »Das Arbeitszimmer des Vaters war ein heiliger Ort; abends durften sich die Kinder dort versammeln, wenn der Vater vorlas. Es roch nach Zigarren, nach Bücherstaub und Geheimnis.« (Irmela von der Lühe)

Juni 1908: Thomas Mann mietet oberhalb von Bad Tölz ein Ferienhaus. In der Nähe erwirbt er ein Grundstück, auf dem er ein eigenes Landhaus errichten lässt, das »Tölzhaus«. Dort verbringt die Familie ab 1909 die Sommermonate und bisweilen auch einige Zeit im Winter, bis das Anwesen 1917 gegen Kriegsanleihen verkauft wird.

Erika, die als einzige in der Familie bayrisch spricht, bringt selbst den Vater – für den sie den Namen »Zauberer« erfindet – zum Lachen, wenn sie andere Leute nachahmt.

Weil sie nicht nur Geschichten erfindet, sondern auch fortwährend lügt, macht die Mutter sich Sorgen und bringt ihren Mann dazu, dem siebenjährigen Kind ins Gewissen zu reden.

1910: Familie Mann richtet sich mit einer Kinderschwester, einer Gouvernante und zwei Hausangestellten in zwei verbundenen Vierzimmerwohnungen in der Mauerkircherstraße ein.

30. Juli 1910: Thomas Manns Schwester Carla vergiftet sich im Alter von achtundzwanzig Jahren im Haus ihrer Mutter.

1912: Aufgrund von Lungenbeschwerden reist Katia Mann zur Kur nach Davos. Weitere Sanatoriumsaufenthalte folgen in späteren Jahren.

1912 – 1914: Nach einem Jahr Privatunterricht besuchen Erika und Klaus Mann die Privatschule von Ernestine Ebermayer in Schwabing.

Erika Mann lernt schnell und verfügt über ein außergewöhnliches Gedächtnis. Sie langweilt sich in der Schule ebenso wie ihr Bruder Klaus.

Anfang 1914: Die Villa, die Thomas Mann in der Poschingerstraße bauen ließ, ist bezugsfertig.

1914: Obwohl die Familie Mann auch während des Kriegs keine Not leidet, müssen Erika und Klaus aus finanziellen Gründen in eine gewöhnliche Volksschule wechseln.

Aus Solidarität mit der Mitschülerin Lili Burger, die gehänselt wird, weil sich die Eltern keine Schuhe für sie leisten können, läuft auch Erika Mann bis in den Herbst hinein barfuß.

Zu den engsten Freunden von Erika und Klaus Mann zählten Richard (»Ricki«) Hallgarten (1905 – 1932), der Sohn des Juristen und Germanisten Robert Hallgarten (1870–1924) und der Frauenrechtlerin Constanze Hallgarten (1881–1969), sowie Lotte und Marguerite (»Gretel«) Walter (1903 – 1970; 1906 – 1939), die Töchter des Generalmusikdirektors Bruno Walter (1876 – 1962). Die »Herzogpark-Bande« denkt sich immer wieder neue Streiche aus. Eine unerfahrene Lehrerin kennt sich nicht mehr aus, als sie von den sonst so ungezogenen Schülerinnen Erika Mann und Gretel Walter mit Knicks und gefalteten Händen begrüßt wird. Danach ist Erikas wieherndes Lachen zu hören. Bei anderen Gelegenheiten demonstriert Erika Mann ihr Talent zur Imitation, gibt sich mit verstellter Stimme am Telefon als die umschwärmte Sängerin Delia Reinhardt aus und bittet alle möglichen Mitschülerinnen zum Tee, oder sie lädt ein Ehepaar bei einem anderen zum Abendessen ein.

Sommer 1918: Thomas Mann mietet ein Gehöft in Abwinkl am Tegernsee (»Defreggerhaus«).

1. Januar 1919: Erika und Klaus, die enfants terribles der Familie Mann, gründen mit ihren Freunden – zu denen nun auch Erika Marcks, die Tochter des Historikers Erich Marcks gehört – einen Theaterbund. Innerhalb von drei Jahren führt der Theaterbund acht Stücke im privaten Rahmen auf.

In einer Confiserie am Odeonsplatz lenkt Erika die Verkäuferin ab, während ihre Komplizen Pralinen stehlen. Ladendiebstahl, das geht Katia Mann zu weit:

März 1922: Um Erika und Klaus zu disziplinieren, schicken die Eltern sie in die reformpädagogische »Bergschule Hochwaldhausen« bei Fulda. Dort bleibt Erika nur vier Monate; dann kehrt sie nach München zurück und bereitet sich auf die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium vor.

1923: Klaus und Erika Mann freunden sich mit Theodor Lücke an, einem erfolgreichen Devisenspekulanten, der fünf Jahre älter als Erika ist. Während Lücke sich gern in der Gesellschaft der Kinder des berühmten Dichters Thomas Mann zeigt, genießen diese das Essen in teuren Restaurants und die Darbietungen in exklusiven Nachtlokalen.

Frühjahr 1924: Nach dem Abitur im März und einem Kurzurlaub mit der Familie auf Hiddensee mietet Erika Mann ein Zimmer in Berlin, um sich dort bei Max Reinhardt und dem Stimmbildner Oskar Daniel zur Schauspielerin ausbilden zu lassen.

Sommer 1924: Klaus Mann folgt seiner Schwester nach Berlin.

März 1925: Erika Mann erhält ein erstes Engagement in Bremen.

Herbst 1925: Erika und Klaus Mann lernen in Hamburg den Schauspieler (1899 – 1963) kennen.

22. Oktober 1925: Premiere des Stücks »Anja und Esther« von Klaus Mann an den Kammerspielen in Hamburg. Es spielen der Autor, seine Schwester Erika, seine Verlobte Pamela Wedekind und Gustaf Gründgens, der auch Regie führt. Erika Manns schauspielerische Leistung in der Rolle der Anja wird zwar anerkannt, aber das »romantische Stück in sieben Bildern« gilt als skandalös, weil es von lesbischer Liebe handelt. – Erika Mann soll auch im wirklichen Leben in Pamela Wedekind verliebt gewesen sein.

4. November 1925: Die Aufführung des Stücks »Anja und Esther« in Darmstadt löst eine Debatte im hessischen Landtag aus.

24. Juli 1926: Erika Mann und Gustaf Gründgens heiraten in München, obwohl sie beide daran zweifeln, dass die Ehe Bestand haben wird. Trauzeugen sind Thomas Mann und Katias Zwillingsbruder Klaus. Inoffiziell behält »Frau Gründgens« ihren bisherigen Namen. Die Hochzeitsfeier findet im Hotel »Kaiserin Elisabeth« in Feldafing statt. In der gemeinsamen Wohnung in Hamburg lehnt Erika Mann es ab, hausfrauliche Pflichten zu übernehmen, und sie verärgert ihren Mann mit unbesorgtem Geldausgeben.

Oktober 1926: Erika Mann liest im Berliner Rundfunk aus.

Klaus Mann verlässt Paris und findet Unterschlupf bei seiner Schwester und seinem Schwager in Hamburg.

21. April 1927: Premiere des Stücks »Revue zu Vieren« von Klaus Mann im Alten Theater in Leipzig. Die Musik schrieb Klaus Pringsheim. Das Bühnenbild stammte von Thea (»Mopsa«) Sternheim, die 1907 in zweiter Ehe den Dramatiker Carl Sternheim (1878 – 1942) geheiratet hatte. Ursprünglich sollte Gustaf Gründgens wieder Regie führen, aber er überließ die Inszenierung Pamela Wedekind und übernahm nur eine der Rollen. »Verfolgt von den Flüchen sächsischer Kritiker« (Klaus Mann) gingen die Freunde mit »Revue zu Vieren« auf Tournee: Berlin, Breslau, Budapest, Cottbus, Dresden, Hamburg, Kopenhagen, München, Prag, Wien.

August 1927: Während Erika Mann an den Kammerspielen in München auftritt, wohnt sie mit Klaus in einem Hotel am Starnberger See.

7. Oktober 1927: Die unzertrennlichen Geschwister schiffen sich in Rotterdam nach New York ein, um auf andere Gedanken zu kommen.

In New York treffen sie sich mit Ricky Hallgarten, der sich hier seit einem Jahr mit Gelegenheitsarbeiten durchschlägt. Obwohl ihre Ersparnisse gerade für die Schiffspassage über den Atlantik reichten, reisen sie auf Pump quer durch die USA nach Kalifornien, nach Honolulu, Japan, Korea, China und fahren mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Russland. (Die letzten Schulden begleicht Thomas Mann aus den Mitteln seines Nobelpreises.)

Januar 1928: Weil Pamela Wedekind inzwischen beabsichtigt, den achtundzwanzig Jahre älteren Dramatiker Carl Sternheim zu heiraten, wird ihre Verlobung mit Klaus Mann aufgelöst.

Sommer 1928: Rückkehr nach Deutschland. Die ehelichen Beziehungen zu Gustaf Gründgens nimmt Erika nicht wieder auf. Die Geschwister ziehen wieder ins Elternhaus in München-Bogenhausen, sind aber viel auf Reisen, Klaus aus eigenem Antrieb, Erika aufgrund ihrer Bühnen-Engagements.

Weil Erika Mann von ihren Gagen nicht leben kann, überredet ihr Bruder sie zum Schreiben. Sie schreibt für verschiedene Zeitungen. In der Zeit von Ende September 1928 bis Ende Januar 1933 veröffentlicht sie um die hundert Glossen, Reportagen, Rezensionen, Erzählungen und Gedichte.

9. Januar 1929: Erika Mann und Gustaf Gründgens lassen sich scheiden.


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von Dieter Wunderlich.
Piper Verlag, München 2009 –


Sommer 1929: Erika Mann verfasst ihr erstes Bühnenstück: »Hotels«.

1. Oktober 1929 – 31. Januar 1930: Engagement Erika Manns am Bayerischen Staatstheater.

11. März 1930: Urauführung des Boulevardstücks »Die liebe Feindin« von André-Paul Antoine an den Kammerspielen in Berlin unter der Regie von Gustaf Gründgens. Das Stück, in dem Erika Mann mitspielt, ist so erfolgreich, dass die Spielzeit verlängert wird. Weil Erika Mann es vorzieht, wie geplant mit ihrem Bruder Klaus nach Nordafrika zu reisen, überwirft sie sich endgültig mit Gustav Gründgens. Marianne Hoppe springt für sie ein.

Ende März 1930: Die begeisterte und rasante Autofahrerin Erika Mann lässt sich in München mehrere Wochen lang von einem Automechaniker einweisen. Dann fährt sie mit ihrem Bruder Klaus, der erst seit kurzem einen Führerschein besaß, im Auto nach Nordafrika. Während des dreiwöchigen Aufenthalts in Fez probiert Erika aus und erlebt einen »Horrortrip« (Klaus Mann). Über Sizilien und Rom kehren sie nach München zurück, wo mann sucht frau für weltreise sie im Mai eintreffen.

September 1930: Erika Mann lernt in München die Schweizer Fabrikantentochter Annemarie (»Miro«) Schwarzenbach (1908 – 1942) kennen. Die androgyne Schönheit verliebt sich in Erika. Die beiden Frauen unternehmen mehrere gemeinsame Reisen.

24. Mai – 6. Juni 1931: Erika Mann beteiligt sich an einer 10 000-Kilometer-Autorallye durch Europa. Als Beifahrer wählt sie Ricki Hallgarten, um den selbstmordgefährdeten manisch-depressiven Freund auf andere Gedanken zu bringen. Sie schaffen es auf den ersten Platz.

27. November 1931: Premiere des nach dem Bühnenstück »Gestern und heute« von Christa Winsloe gedrehten Kinofilms »Mädchen in Uniform« (Regie: Christa Winsloe). Erika Mann spielt darin die Erzieherin Fräulein von Atems.

Dezember 1931: Familie Mann hört eine Hörspielbearbeitung des Goethe-Dramas »Torquato Tasso« mit Erika Mann in der Rolle der Leonore Sanvitale, Gräfin von Scandiano.

14. Dezember 1931: Erika Manns Weihnachtsspiel »Jans Wunderhündchen« wird im Hessischen Landestheater in Darmstadt uraufgeführt.

13. Januar 1932: Weil Erika Mann trotz des Winters im offenen Auto mit ihrem Bruder Klaus nachts von Berlin nach München fuhr, ist sie stark erkältet. Dennoch tritt sie, wie vorgesehen, am Abend im Unions-Saal in München als Rezitatorin bei einer pazifistischen Veranstaltung des »Frauenweltbundes für Internationale Eintracht« und des »Weltfriedensbundes der Mütter und Erzieherinnen« auf. SA-Männer stören ihren Vortrag.

16. Januar 1932: Unter der Schlagzeile »Pazifistenskandal in München« protestiert der »Völkische Beobachter« über die Veranstaltung. Die Schauspielerin Erika Mann erhält so gut wie keine Angebote mehr.

5. Mai 1932: Ricki Hallgarten erschießt sich in seinem Sommerhaus in Utting am Ammersee. Für den nächsten Tag hatten er, Erika, Klaus und Annemarie Schwarzenbach ihre Abreise nach Persien geplant. Dass Erika Mann ihn nicht vom abhalten konnte, macht ihr schwer zu schaffen.

Sommer 1932: Aus politischen Gründen kündigt der Verkehrsverein Weißenburg den mit Erika Mann geschlossenen Vertrag für die Freilichtbühne Bergwaldtheater. Erika Mann klagt dagegen, lässt sich aber auf einen Vergleich ein. Weil der Oberbürgermeister sich Erika Mann und ihren »Judenanwälten« nicht beugen will, beschlagnahmt der Gerichtsvollzieher Anfang 1933 den Theaterfundus. Die nationalsozialistische Presse wirft Erika Mann daraufhin vor, aus Geldgier eine Kultureinrichtung zu ruinieren.

Herbst 1932: Erika Manns erstes Kinderbuch erscheint: »Stoffel fliegt über das Meer«.

1. Januar 1933: Erika und Klaus Mann, Magnus Henning (1904 – 1995) und Erikas Freundin Therese Giehse (1898 – 1975), eine der berühmtesten Schauspielerinnen in Deutschland, eröffnen mit einigen Freunden in dem Nachtlokal »Bonbonniere« am Platzl in München das Kabarett »Die Pfeffermühle«. Bis 31. Januar spielen sie en suite das erste, rund zwanzig Songs und Sketches umfassende Programm. Am 1. Februar folgt das zweite Programm.

Weil die jeden Abend ausverkaufte »Bonbonniere« offenbar zu klein ist, mietet Erika Mann den Saal der Schwabinger Gaststätte »Serenissimus«. Dort soll am 1. April das dritte Programm präsentiert werden, aber dazu kommt es aufgrund der politischen Ereignisse nicht mehr.

26. Februar 1933: Thomas und Katia Mann treffen in der Schweiz ein, um sich dort nach einer Vortragsreise zu erholen.

27. Februar 1933:.

Aufgrund der politischen Entwicklung drängen Erika und Klaus Mann ihre Eltern, nicht nach Deutschland zurückzukehren.

29. Februar 1933: Erika und Klaus Mann brechen zu einem Skiurlaub in die Schweiz auf.

10. März 1933: Erika und Klaus Mann kehren nach München zurück. Der Chauffeur der Familie, der die Manns vermutlich seit einiger Zeit für die ausspionierte, warnt die Geschwister, sich nicht länger als nötig in München aufzuhalten.

12. März 1933: Erika packt zusammen, was ihr Vater an Manuskripten in der Schweiz benötigt, verlässt München und trifft drei Tage später bei ihren Eltern in Arosa ein, wo sie unverzüglich die Wiedereröffnung der »Pfeffermühle« vorbereitet, Räumlichkeiten sucht und sich um behördliche Genehmigungen bemüht.

13. März 1933: Klaus Mann setzt sich nach Paris ab.

April 1933: Renée Schwarzenbach-Wille, die mit den Nationalsozialisten sympathisierende Mutter von Annemarie Schwarzenbach, erteilt Erika Mann ein Hausverbot.

12. Juni 1933: Thomas und Katia Mann ziehen nach Sanary-sur-Mer.

August 1933: Die beschlagnahmen die Villa der Familie Mann in München-Bogenhausen und zwingen die jüdische Familie Pringsheim, ihr Palais in der Arcisstraße zu verkaufen. (Es wird 1935 abgerissen, um Platz für »Führerbauten« zu schaffen.)

27. September 1933: Thomas und Katia Mann ziehen mit ihren jüngsten Kindern Elisabeth und Michael in das Haus, das Erika für sie in Küsnacht am Zürichsee gefunden hat.

30. September 1933: »Die Pfeffermühle« eröffnet erfolgreich im Tanzsaal des Zürcher Gasthofs »Zum Hirschen«. Impresario ist der Berner Theateragent Hans Keiser.

November / Dezember 1933: Erfolgreiche Tournee der »Pfeffermühle« in der Schweiz (Basel, Bern, Schaffhausen, St. Gallen Winterthur).

Um Geld zu verdienen, übernimmt Erika Mann die »künstlerische Leitung« der Modenschau des Zürcher Warenhauses »Globus«. Weil sie keine Arbeitserlaubnis hat, ermittelt die Fremdenpolizei gegen sie.

1. Januar 1934: Zweites Schweizer Programm und zweite Tournee der »Pfeffermühle«.

Thomas Mann wird von seinem Verleger Gottfried Bermann Fischer (1897 – 1995) vor den Folgen der Kritik seiner Tochter Erika am Nationalsozialismus gewarnt und gedrängt, nach Deutschland zurückzukehren. Er hält zwar an seinem Verleger fest, folgt aber nicht dessen Rat und besucht auch weiterhin Vorstellungen der »Pfeffermühle«.

10. April 1934: Über Erika Mann wird eine Ausbürgerungsakte angelegt und bis 1941 geführt.

Mai / Juni 1934: Tournee der »Pfeffermühle« in Holland.

August 1934: Aufführung der »Pfeffermühle« im Teatro San Materno auf dem Monte Verità in Ascona.

3. Oktober 1934: Premiere des dritten Schweizer Programms der »Pfeffermühle« in Basel.

16. November 1934: Krawall bei einer Aufführung der »Pfeffermühle« im Zürcher Kursaal. 24 Personen werden festgenommen.

20. November 1934: Erika Mann gibt bei der Stadtpolizei Zürich eine eidesstattliche Erklärung über Störungen durch Rechtsradikale bei Vorstellungen der »Pfeffermühle« ab. Als Drahtzieherin der Krawalle verdächtigt sie Renée Schwarzenbach-Wille.

Januar 1935: Selbstmordversuch von Annemarie Schwarzenbach.

Gastspiel in Prag. In den nächsten eineinhalb Jahren finden 85 Gastspiele der »Pfeffermühle« in der Tschechoslowakei, in Holland, Belgien, Luxemburg und in der Schweiz statt.

11. Juni 1935: Erika Mann wird von den Nationalsozialisten ausgebürgert.

12. Juni 1935: Um die britische Staatsbürgerschaft mann sucht frau für weltreise zu bekommen, fährt Erika Mann nach London. Der Schritt ist seit längerer Zeit vorbereitet. Durch Vermittlung eines gemeinsamen Freundes hat sich der homosexuelle englische Lyriker Wystan H. Auden (1907 – 1973), ein Bewunderer von Thomas Mann, bereit erklärt, mit ihr eine Scheinehe zu schließen, ohne sie jemals gesehen zu haben.

15. Juni 1935: Eheschließung in Ledbury (Worcestershire). Erika Mann reist zwar am nächsten Tag ab, aber sie und Wystan H. Auden werden Freunde und nutzen später jede Gelegenheit, sich zu sehen.

Juni / Juli 1935: »Die Pfeffermühle« gastiert mit einer stark zensierten Fassung in der Tschechoslowakei.

11. Januar 1936: Leopold Schwarzschild, der Herausgeber der Exilzeitschrift »Das Neue Tage-Buch«, berichtet über Pläne des Verlegers Gottfried Bermann Fischer, mit dem Reichspropagandaministerium zusammenzuarbeiten und verunglimpft ihn.

18. Januar 1936: Thomas Mann, und Annette Kolb sprechen Gottfried Bermann Fischer in der »Neuen Zürcher Zeitung« ihr Vertrauen aus.

19. Januar 1936: Erika Mann protestiert gegen die Solidaritätsadresse in einem Brief, den sie ihrem Vater aus Biel schreibt. Es kommt zu einem ernsten Streit.

3. Februar 1936: In einem offenen Brief an die »Neue Zürcher Zeitung« distanziert sich Thomas Mann unmissverständlich vom »Dritten Reich« und bekennt sich zur Emigration. Daraufhin versöhnt Erika sich mit ihm.

26. April 1936: 1000. Vorstellung der »Pfeffermühle« in Amsterdam.

20. Mai 1936: Therese Giehse und der von Wystan H. Auden dazu überredete ebenfalls homosexuelle Schriftsteller John Hampson-Simpson heiraten zum Schein, damit die Deutsche einen englischen Pass bekommt.

14. August 1936: Private, von Max Reinhardt inszeniert Abschiedsvorstellung der »Pfeffermühle« auf Schloss Leopoldskron in Salzburg. Unter den sechzehn geladenen Gästen ist.

Ende September 1936: Erika und Klaus Mann treffen in New York ein.

Mit Verve stürzt Erika Mann sich in die Vorbereitungen einer Neugründung der »Pfeffermühle« in den USA. Sie schließt einen Vertrag mit der Columbia Concert Corporation, gibt Übersetzungen in Auftrag, sucht einen Saal im Chanin Building aus und findet Sponsoren, darunter Vicki Baum, Alfred Knopf und Max Reinhardt.

5. Januar 1937: Premiere der »Peppermill« in New York. Die Kritiken sind vernichtend. Die geplante Tournee wird abgesagt. Therese Giehse und Magnus Henning kehren im Februar nach Europa zurück.

15. März 1937: Erika Mann tritt als Rednerin bei der vom American Jewish Congress und Jewish Labour Committee organisierten »Peace and Democracy Rally« im »Madison Square Garden« in New York vor 23 000 Menschen auf und spricht eine Viertelstunde über »Die Frau im Dritten Reich«. Damit beginnt Erika Mann eine neue Karriere als Rednerin.

Erika Mann ruft zum Boykott deutscher Erzeugnisse auf.

Der Bankier Maurice Wertheim (1886 – 1950) übernimmt die Schulden der »Peppermill«, bezahlt Erika Mann die Hotels und bittet sie um ihre Hand. Klaus drängt seine Schwester, darauf einzugehen, aber sie lehnt Wertheims Heiratsantrag ab – worüber der Schriftsteller Martin Gumpert (1897 – 1955), ein anderer Verehrer Erika Manns, erleichtert ist. Gumpert droht sich umzubringen, falls sie ihn zurückweisen sollte. Sie leben einige Jahre zusammen.

Frühjahr 1937: Erika Mann lässt ein wohl von Martin Gumpert gezeugtes Kind abtreiben.

Sommer 1937: Erika Mann reist für zwei Monate nach Europa. Ende Juli kehrt sie nach New York zurück.

Herbst 1937 / Frühjahr 1938: Erika Mann unternimmt die erste mehrerer Lecture Tours quer durch die USA. Sie ist jeweils fünf Monate lang unterwegs und hält pro Woche vier bis fünf Reden. Organisiert werden die Vortragsreisen von der Agentur Feakins in New York.

Dezember 1937: Während eines zehntätigen Urlaubs mit Annemarie Schwarzenbach außerhalb von New York schließt Erika Mann ihr Buch über das Unterrichtswesen des NS-Regimes ab: »School for Barbarians« (»Zehn Millionen Kinder«). Es erscheint im Juli 1938.

Februar / März 1938: Erika und Katia Mann begleiten Thomas Mann auf einer Lecture Tour durch die USA.

Juni 1938: Erika und Klaus Mann fahren im Auftrag einer französischen Tageszeitung von Paris nach Spanien und bereisen drei Wochen lang die Iberische Halbinsel, um sich ein Bild vom Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939) zu machen.

18. Juli 1938: Erika und Klaus Mann treffen sich mit Eltern und Geschwistern in Küsnacht.

29. August 1938: Erika Mann besucht erneut die Eltern in Küsnacht und hilft ihnen packen.

15. September 1938: Thomas und Katia Mann lösen den Haushalt in Küsnacht auf.

18. September 1938: Während Erika Mann als Journalistin in der Tschechoslowakei recherchiert, emigrieren Thomas und Katia Mann mit ihrer Tochter Elisabeth in die USA.

20. Oktober 1938: Erika Mann trifft wieder in New York ein.

17. Dezember 1938: In einem Leitartikel im »The Monitor«, dem offiziellen Organ des Erzbischofs von San Francisco wird Erika und Klaus Mann nach einer gemeinsamen Rede vorgeworfen, das Gastrecht zu missbrauchen, um kommunistische Agitation zu betreiben und ihr Vaterland schlecht zu machen.

22. Mai 1939: Der Selbstmord des mit ihnen befreundeten Dramatikers Ernst Toller in New York ist ein Schock für Erika und Klaus Mann. Seine Ehe war 1938 gescheitert, und seine Exfrau Christiane Grautoff hatte sich in Martin Gumpert verliebt – der wiederum nicht ohne Erika Mann leben will. Erika Mann kümmert sich um die Beerdigung Tollers.

6. Juni 1939: Erika Mann begleitet ihre Eltern auf einer mehrmonatigen Europa-Reise und nimmt auch den mit ihr und Klaus befreundeten Verleger Fritz Helmut Landshoff (1901 – 1988) mit, und zwar in der Hoffnung, ihn von seiner Drogensucht zu befreien und vom Selbstmord abzuhalten. Um ihr Ziel zu erreichen, wäre sie sogar bereit gewesen, mit ihm zusammenzuleben. Anders als ihre Schwester Elisabeth ist sie allerdings nicht in Landshoff verliebt.

Juli 1939: Erika Mann lässt Fritz Landshoff auf seinen Wunsch in Amsterdam zurück und verbringt einige Zeit mit Therese Giehse in Arosa.

21. August 1939: Der Filmproduzent Robert Neppach (1890 – 1939) erschießt seine getrennt von ihm lebende Ehefrau Gretel Walter und dann sich selbst. Bestürzt nimmt Erika Mann an der Trauerfeier im Zürcher Krematorium teil.

26. August 1939: Erika Mann kommt zu spät nach Rotterdam, verpasst ihr Schiff und verliert ihr gesamtes Gepäck einschließlich der Manuskripte für zwei Bücher. Nach zwei Tagen erhält sie einen Teil des Gepäcks – darunter die Manuskripte – zurück.

30. August 1939: Erika Mann fliegt zu ihren Eltern, die sich in Stockholm aufhalten. Dort werden sie vom Kriegsbeginn überrascht.

9. September 1939: Thomas, Katia und Erika Mann fliegen nach England und gehen dort an Bord eines Schiffs nach Amerika.

19. September 1939: Thomas, Katia und Erika Mann treffen in den USA ein. Martin Gumpert holt sie im Hafen von New York ab.

31. Oktober 1939: Katia Manns Eltern Alfred und Hedwig Pringsheim emigrieren in die Schweiz.

Juni 1940: Erika Mann bietet Justizminister Francis Beverly Biddle (1886 – 1968) an, Nationalsozialisten unter den Emigranten zu enttarnen. Er geht nicht darauf ein, aber das FBI legt eine Akte über Erika Mann an, die bis 1954 geführt wird und am Ende 200 Seiten umfasst.

Thomas und Katia Mann beschließen, von Princeton nach Kalifornien umzuziehen, und Erika Mann sucht ein geeignetes Haus.

21. August 1940: Erika Mann reist von von New York nach Lissabon.

August – Oktober 1940: Erika Mann spricht in London neunmal über BBC zu den Deutschen und versucht, ihnen die Sinnlosigkeit des Kriegs vor Augen zu führen.

17. September 1940: Der britische Passagierdampfer »City of Benares«, mit dem Erikas Schwester Monika und ihr Ehemann, der ungarische Kunsthistoriker Jenö Lányi von London in die USA reisen wollen, wird von einem deutschen U-Boot im Atlantik versenkt. Jenö Lányi gehört zu den Todesopfern; Monika Mann überlebt und wird in ein schottisches Krankenhaus gebracht.

März 1941: Thomas und Katia Mann ziehen vorübergehend in ein Mietshaus bei Los Angeles.

Juni – September 1941: Erneut spricht Erika Mann in London über BBC zu den Deutschen.

September 1941: Beim Internationalen PEN-Kongress in London erklärt Erika Mann, wer verhindern wolle, dass die Deutschen wieder einen Krieg anfangen, müsse sie systematisch umerziehen, denn ihr Denken sei vergiftet.

Februar 1942: Die von Thomas Mann in Pacific Palisades bei Los Angeles errichtete Villa ist bezugsfertig.

7. September 1942: Annemarie Schwarzenbach stürzt mit dem Fahrrad und fällt aufgrund einer schweren Kopfverletzung ins.

15. November 1942: Annemarie Schwarzenbach stirbt.

April 1943: Erika Mann reist nach London.

Juli / August 1943: Von London aus reist Erika Mann als amerikanische Kriegskorrespondentin mit britischem Pass nach Kairo, Jerusalem, Tel Aviv, Marokko, Algier, Teheran und Bagdad.

Oktober 1943: Erika Mann kehrt in die USA zurück.

6. Juni 1944: D-Day.

25. August 1944: Erika Mann beobachtet, wie an der Spitze seiner Truppen feierlich durch den Arc de Triomphe und über die Champs Elysées in Paris einmarschiert.

Zweite Hälfte des Jahres 1944: Erika Mann verfolgt ein halbes Jahr lang die Invasion der Alliierten als Kriegsreporterin.

21. Oktober 1944: Erika Mann beobachtet die Einnahme Aachens durch die Alliierten.

Winter 1944/45: Unter dem Vorwand, sie sei an einem Stimmbänderkatarrh erkrankt, sagt Erika Mann ihre geplante Lecture Tour ab und verbringt Weihnachten in der Schweiz.

Silvester 1944: Erika Mann bringt Betty Knox mit nach Hause, die ebenfalls als Kriegskorrespondentin arbeitet und mit der zusammen sie 1943 in Nordafrika und 1944 in der Normandie war. Erstaunt erleben die Manns, wie unbekümmert sich die Amerikanerin in der familiären Umgebung des Nobelpreisträgers bewegt. Katia und Klaus Mann durchschauen, dass die beiden Frauen eine lesbische Beziehung haben.

26. März 1945: Bruno Walters Ehefrau, die frühere Sopranistin Elsa Korneck, stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls. Erika Mann, die seit Beginn der Vierzigerjahre eine Liebesbeziehung mit dem neunundzwanzig Jahre älteren Dirigenten hat, von dem nur ihr Bruder Klaus und ihre Mutter Katia etwas wissen, macht sich keine Illusionen, dass sie und Bruno Walter nun ein Paar werden können.

Sommer 1945: Erika Mann besichtigt München und andere zerstörte deutsche Städte. Sie trägt eine amerikanische Uniform und vermeidet es nach Möglichkeit, deutsch zu sprechen. Entrüstet ist sie darüber, dass die Deutschen, die sie befragt, so tun, als habe es sich bei den nur um eine kleine Verbrecherbande außerhalb der Gesellschaft gehandelt. Mit diesen Deutschen will Erika Mann nichts mehr zu tun haben.

August 1945: Als einzige weibliche Journalistin erhält Erika Mann Zugang zu dem Hotel in Mondorf bei Merzig an der deutsch-luxemburgischen Grenze, wo und andere Hauptkriegsverbrecher interniert sind. Allerdings darf sie nicht mit ihnen reden.

In München-Geiselgasteig interviewt Erika Mann die Ehefrau des im Mai 1941 nach Schottland geflogenen und seither dort internierten Stellvertreters des »Führers«, Ilse Heß, ohne sich als Tochter von Thomas Mann erkennen zu geben. Anschließend berichtet sie in einer englischen Zeitung, dass Ilse Heß noch nicht einmal von gewusst haben will, geschweige denn vom.

20. November 1945: Erika Mann verfolgt den Beginn des Nürnberger Prozesses.

Bei den Nürnberger Prozessen begegnet ihr Wilhelm Emanuel Süskind (1901 – 1970), mit dem sie und Klaus nach dem Ersten Weltkrieg in München eng befreundet waren. Der Kontakt war abgebrochen, als er sich mit den Nationalsozialisten arrangiert hatte. Er geht auf Erika Mann zu, um sie zu begrüßen, aber sie tut so, als sähe sie ihn nicht.

Weihnachten 1945: Erika Mann verbringt das Fest in Zürich.

Frühjahr 1946: Erika Mann bricht ihre Europa-Reise ab und fliegt nach Chicago, um ihrem Vater beizustehen, der im Billings Hospital an der Lunge operiert wird.

August 1946: Erika Mann kommt nach Pacific Palisades und schlägt ihrem Vater erhebliche Kürzungen des Romans vor, die er akzeptiert.

Mai – September 1947: Erika Mann begleitet ihre Eltern auf einer Europa-Reise und bleibt nach deren Rückreise im August noch einen Monat länger.

Winter 1947/48: Während Erika Mann bei der Lecture Tour im Jahr zuvor 92 Auftritte hatte, kommt sie nicht einmal mehr auf zwanzig. Die Amerikaner verdächtigen sie, mit den Kommunisten zu sympathisieren und boykottieren sie.

27. Januar 1948: Erika Mann unterzieht sich einer Unterleibsoperation.

Februar 1948: Thomas Mann beauftragt seine Tochter Erika, ihm bei der Arbeit zu assistieren und seinen Nachlass zu verwalten.

Frühjahr 1948: Erika Mann muss einen weiteren chirurgischen Eingriff vornehmen lassen.

11. Juli 1948: Ein -Versuch Klaus Manns scheitert.

9. August 1948: Erika Mann beteiligt sich am »Town Meeting of the Air« in Stockton, Kalifornien, einer beliebten Podiumsdiskussion im Hörfunk. Es geht um die Frage, was die Westalliierten in der Berlin-Frage unternehmen sollen. Erika Mann vertritt die Ansicht, dass die Berlin-Blockade einen Bruch des Potsdamer Abkommens bedeutet, weist aber auch darauf hin, dass dies auch für die Währungsreform gelte, mit der offenbar die Bildung eines westdeutschen Staates vorbereitet werde. Außerdem plädiert sie dafür, dass die amerikanische Regierung versuchen soll, sich mit der sowjetischen über das weitere Vorgehen zu verständigen. Daraufhin wird Erika Mann in der US-Presse scharf angegriffen: Man beschuldigt sie, Stalinistin zu sein und politische Propaganda für die UdSSR zu betreiben. Fälschlicherweise wird behauptet, sie habe sich 1945 in Potsdam mit Wilhelm Pieck getroffen. Erika Mann will sich mit juristischen Mitteln wehren, aber ihr Anwalt bringt sie davon ab.

Herbst 1948: Bruno Walter holt die Sängerin Delia Reinhardt (1892 – 1974) nach Kalifornien und kauft ihr ein Haus in seiner Nachbarschaft. Seine Beziehung zu Erika Mann beschränkt er nun wieder auf eine väterliche Freundschaft.

März 1949 – April 1950: FBI-Agenten erkundigen sich bei vierzehn Bekannten Erika Manns über sie.

20./21. Mai 1949: Klaus Mann nimmt sich mit einer Überdosis Schlaftabletten in Cannes das Leben. Erika Mann erhält die Nachricht vom Tod ihres geliebten Bruders in Schweden, wo sie sich mit den Eltern aufhält. Sie erbt die Urheberrechte und kümmert sich um den literarischen Nachlass von Klaus Mann.

Sommer 1949: Thomas Mann nimmt die Einladungen an, anlässlich des 200. Geburtstags von Festvorträge in der Frankfurter Paulskirche und in Weimar zu halten. Vergeblich versucht Erika Mann, ihn von Auftritten in Deutschland abzuhalten, denn sie hasst das Land aufgrund des »Dritten Reichs«. Darüber kommt es wie 1936 zu einem ernsten Streit zwischen Vater und Tochter.

30. März 1950: Zwei Beamte der Einwanderungsbehörde befragen Erika Mann.

11. Dezember 1950: Erika Mann zieht ihren Einbürgerungsantrag zurück.

April 1951: Aus Erika Manns Unterleib wird ein Tumor entfernt.

Eine Behandlung gegen ihre Tablettensucht bricht sie vorzeitig ab.

Oktober 1951: Erika Mann wird von zwei FBI-Agenten befragt.

Juli 1952: Als der amerikanische eine hysterische Verfolgung potenzieller Kommunisten und ihrer Sympathisanten organisiert, verlassen Thomas, Katia und Erika Mann die USA.

Weihnachten 1952: Sie beziehen vorläufig ein Haus in Erlenbach bei Zürich.

1953: Bei der Verfilmung des Romans »Königliche Hoheit« (1909) von Thomas Mann unter der Regie von Harald Braun wirkt Erika Mann als Beraterin mit, und sie übernimmt auch die Rolle der Oberschwester Amalie.

Anfang 1954: Thomas Mann kauft ein Haus in Kilchberg am Zürichsee.

Juni 1954: Mit einer Schlafkur in einer Klinik bei München versucht Erika Mann, von ihrer Nikotin- und loszukommen. Seit den Lecture Tours nimmt sie abwechselnd Aufputsch- und Beruhigungsmittel [] und injiziert sich hin und wieder.

Mai 1955: Thomas Mann hält in Stuttgart und Weimar eine Rede anlässlich des 150. Todestages von. Diesmal protestierte Erika nicht gegen Auftritte in Deutschland. Sie half mit, den Text von 120 auf 20 Seiten zu kürzen und begleitete ihre Eltern.

Juni 1955: Wegen eines Magenleidens reist Erika Mann zur Kur nach Luzern.

Juli 1955: Erika Mann fliegt nach London, um Bertrand Russell, E. M. Forster, Arnold Toynbee und andere Repräsentanten der Kultur für ein Projekt ihres Vaters zu gewinnen: einen Friedensappell und ein Manifest über die ökologische Verantwortung der Menschheit.

12. August 1955: Thomas Mann stirbt und kann sein Vorhaben nicht mehr verwirklichen.

1956: Erika Mann, die sich nun ganz auf den Nachlass ihres Vaters konzentriert, editiert als erstes eine Neuausgabe der 1918 veröffentlichten »Betrachtungen eines Unpolitischen«.

24. Januar 1957 – 4. März 1957: Dreharbeiten zur Verfilmung des Romans »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« unter der Regie von Kurt Hoffmann. Erika Mann fungiert als Beraterin des Drehbuchautors Robert Thoeren.

Januar 1958: Erika Mann tritt aus dem PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland aus.

Frühjahr 1958: Erika Mann verfängt sich im Haus in Kilchberg mit den Füßen im Saum ihres Bademantels und stürzt auf der Treppe. Dabei bricht sie sich den linken Mittelfußknochen.

1959: Auch bei der Verfilmung des Romans unter der Regie von Alfred Weidenmann ist Erika Mann als Beraterin tätig.

September 1960: Erika Mann stürzt erneut und bricht sich den Oberschenkelhals.

Sie leidet unter progressiver Atrophie, Bronchitis, Magen- und Kreislaufbeschwerden.

1960 – 1965: Erika Mann veröffentlicht in drei Bänden knapp 1300 Briefe ihres Vaters, die sie aus 10 000 Briefen ausgewählt hat. Um Wiederholungen zu vermeiden, aber auch um Thomas Mann makellos erscheinen zu lassen, hält sie Briefe zurück und streicht Passagen. Kritiker bemängeln das und werfen ihr Dilettantismus vor.

7. Oktober 1963: Gustaf Gründgens stirbt in Manila an einer Überdosis Schlafmittel.

31. März 1964: Gustaf Gründgens' Adoptivsohn Peter Gorski klagte vor dem Landgericht Hamburg gegen die geplante erste Veröffentlichung des Romans »Mephisto« von Klaus Mann in der Bundesrepublik Deutschland.

Mai 1964: Nach einer Hüftoperation im Nuffield Orthopaedic Centre in Oxford kann Erika Mann nicht mehr ohne Krücken gehen. Aber sie kauft sich einen Sportwagen mit Automatikgetriebe und fährt damit beispielsweise zum Opernbesuch nach München.

9. Juni 1966: Nach Abschluss des Hauptverfahrens untersagt das Oberlandesgericht Hamburg die Veröffentlichung des Romans »Mephisto«.

April 1967: Der Literaturkritiker reist zu einem Rundfunk-Interview mit Erika Mann nach Kilchberg.

Oktober 1967: Erika Mann reist nach Berlin und spricht im Fernsehen (SFB) eine Stunde lang zur Einführung für eine Lesung aus dem.

Sie bedauert es, dass sie aufgrund ihrer Gehbehinderung nicht an einer Demonstration gegen den auf dem Kurfürstendamm teilnehmen kann.

20. März 1968: Erika Mann schreibt wegen des »Mephisto«-Verbots vergeblich an Bundespräsident Gustav Heinemann.

1968: Als ihr Cousin Klaus Hubert Pringsheim sie zusammen mit seiner Ehefrau und seiner dreijährigen Tochter Erika Katharina besucht, kommt sie in den Garten und lässt sich am Rand des Swimming Pools von ihm den Bademantel abnehmen. Darunter ist sie nackt.

März 1969: Erika Mann fährt, wie schon häufiger zuvor, nach Klosters in Graubünden.

Sie leidet unter Kopfschmerzen. Bei einer Untersuchung wird ein Gehirntumor festgestellt.

April 1969: Erika Mann wird im Zürcher Kantonsspital operiert.

27. August 1969: Dort stirbt sie.

30. August 1969: Erika Mann wird auf dem Friedhof in Küsnacht neben ihrem Vater bestattet.


Bücher von Dieter Wunderlich


Erika Mann: Bibliografie (Auswahl)

  • frauen aus rumänien kennenlernen kostenlos
  • Rundherum. Das Abenteuer einer Weltreise (mit Klaus Mann, 1929)
  • Das Buch von der Riviera. Was nicht im Baedeker steht (mit Klaus Mann, 1931)
  • Jan's Wunderhündchen (Kinderstück, 1931)
  • Stoffel fliegt übers Meer (1932)
  • Muck, der Zauberonkel (1934)
  • School for Barbarians. Education under the Nazis (1938); Zehn Millionen Kinder. Die Erziehung der Jugend im Dritten Reich (1938)
  • Escape to Life (mit Klaus Mann, 1939)
  • The Lights Go Down (1940); Wenn die Lichter ausgehen. Geschichten aus dem Dritten Reich (2005)
  • A Gang of Ten (1942); Zehn gegen Mr X (1990)
  • Christoph fliegt nach Amerika (1953)
  • Das letzte Jahr. Bericht über meinen Vater (1956)
  • Briefe und Antworten (Hg.: Anna Zanco-Prestel, 2 Bände, 1984/85)

Literatur über Erika Mann


139. Veranstaltung der Humboldt-Gesellschaft am 15.04.02 von Dr. Christoph Hönig (Gastvortrag)


Meine These lautet:
"Der Mann ohne Eigenschaften" ist ein
ironischer und zugleich utopischer Roman.

1. Heute vor 60 Jahren starb Robert Musil während des Zweiten Weltkriegs vereinsamt und verarmt in Genf. Seine Frau streute die Asche in die Rhone. Es gibt kein Grab. - Musils Hauptwerk, "Der Mann ohne Eigenschaften", ist mit über zweitausend Seiten dicker als die Bibel. Übrigens auch Thomas Manns Roman "Joseph und seine Brüder" ist ein episches Werk "von unmodisch langem Atem" (T. M.) und umfasst ebenfalls über zweitausend Seiten. Der Romanzyklus von Proust "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" bietet gar das Doppelte: über viertausend Seiten. - Musils Jahrhundertroman gehört zur Weltliteratur, aber er wird wohl zu wenig gelesen. Denn dazu gehört etwas Mut wie zum Entschluss zu einer Weltreise. Aber es lohnt sich für Menschen, die das geistige Abenteuer lieben und suchen.

2. Wer war Robert Musil? frau sucht mann für eine nacht in berlin Geboren wurde er 1880 in Klagenfurt. Zur gleichen Generation gehören Thomas Mann (1875), Hermann Hesse (1877), Franz Kafka (1883), Hermann Broch (1886). - Musil stammte aus einer altösterreichischen Beamten-, Gelehrten-, Ingenieurs- und Offiziersfamilie. Er studierte an der Technischen Militärakademie Wien, brach seine Offiziersausbildung ab und wurde Maschinenbauingenieur. Nach einer Tätigkeit als Assistent an der TH Stuttgart studierte er 1903-08 in Berlin Philosophie, Mathematik, Physik und experimentelle Psychologie und promovierte mit einer erkenntnistheoretischen Dissertation über Ernst Mach zum Dr. phil. Im Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" werden aus diesem etwas sprunghaften und vielfältigen Werdegang des Autors Ulrichs "drei Versuche, ein bedeutender Mann zu werden" (S. 37 ff.): zuerst Leutnant, dann Ingenieur und schließlich - als "der wichtigste Versuch" - Mathematiker und Naturwissenschaftler. Musil selbst verzichtete auf eine Universitätslaufbahn, um freier Schriftsteller zu werden. 1911-14 war er Bibliothekar, 1914 Redakteur der "Neuen Rundschau". Im Ersten Weltkrieg war er Landsturmhauptmann an der italienischen Front, Herausgeber der "Soldatenzeitung" und zuletzt im Kriegspressequartier. 1918-22 lebte er als Beamter in Wien, danach arbeitete er als freier Schriftsteller, Theaterkritiker und Essayist in Wien und Berlin. Nach dem "Anschluss" Österreichs emigrierte er nach Zürich. Die letzten Lebensjahre verbrachte er mittellos in Genf, bis zuletzt an seinem unvollendeten Lebenswerk arbeitend. - Musil war ein Wienhasser und hat etwa neun Jahre in Berlin gelebt. Hier hat er Philosophie und Psychologie studiert und promoviert. Etwa drei Jahre hat er am Kurfürstendamm gewohnt und hier am "Mann ohne Eigenschaften" gearbeitet. (Eine Tafel an der Wand des Astorkinos weist darauf hin.)

3. 1906 erscheint in Berlin sein erster Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". An der von der Kritik bewunderten realistischen Psychologie dieser Pubertätsstudie, einer der ersten dieses Genres (im gleichen Jahr erschien Hesses "Unterm Rad"), war ihm wenig gelegen. Die seelischen Verwirrungen und sexuellen Perversionen, die hinter der Fassade eines exklusiven k.u.k. Internats sichtbar werden, dienen Musil als Forschungsmaterial für die sein ganzes Lebenswerk bestimmende Erkenntnis, wie leicht überschreitbar die Grenze zwischen der nur scheinbar soliden rationalen Welt und einer geheimnisvollen irrationalen anderen Welt ist. In der verwirrenden Erfahrung des jungen Törleß liegen beide so nahe beieinander wie die von Zucht und Ordnung geprägte Welt des Konvikts und dessen geheime rote Dachkammer, in der er sich mit den Diktatoren seiner Klasse zu grausamen Experimenten an einem Mitschüler trifft. Dieser Einbruch des Irrationalen deutet voraus auf die kommenden Diktatoren und deren methodische Vergewaltigung des Einzelnen. - 1966 wurde der schmale Roman verfilmt von Schlöndorf.

4. 1911 erscheinen zwei Erzählungen, zusammengefasst unter dem Titel "Vereinigungen". 1921 erscheint sein Schauspiel "Die Schwärmer". Hier werden lockende und extreme Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und einer erweiterten Wirklichkeitserfahrung gestaltet, die auch als ironisches Echo auf den "Seelenlärm" der Expressionisten zu verstehen sind. 1924 veröffentlicht Musil die Novellen "Drei Frauen".

5. 1930 erscheint der l. Band von Robert Musils Hauptwerk, der Jahrhundertroman "Der Mann ohne Eigenschaften". Etwa zur gleichen Zeit erscheinen die berühmten Werke: Döblin: "Berlin Alexanderplatz" (1929), Hesse: "Narziß und Goldmund" (1930), Zuckmayer: "Der Hauptmann von Köpenick" (1931) und Broch: "Die Schlafwandler" (1931). - 1933 veröffentlicht Musil dann den 2. Band des "Mannes ohne Eigenschaften" mit dem Untertitel "Ins Tausendjährige Reich. Die Verbrecher" - eine völlig unbeabsichtigte Provokation im Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung! -, 1938 werden alle seine Werke in Deutschland verboten, 1943 veröffentlicht Musils Witwe einen 3. Band in der Schweiz im Selbstverlag, seit 1952 taucht Musil aus der Vergessenheit auf in Frisés Ausgabe der Werke, 1978 erscheint die umfangreichere revidierte Ausgabe mit dem offenen fragmentarischen Teil.

6. Gehen wir gleich medias in res und lesen einmal das 1. Kapitel. Erste Kapitel sind ja oft Expositionen wie im Drama, sie können in nuce den ganzen Roman enthalten. Nur eins vorweg: Musil hat sich nun vorgenommen: "Hell, luftig, einräumend schreiben!" (Zitieren S. 9 ff.)

7. Wer ist Ulrich, der Mann ohne Eigenschaften? Er ist 32 Jahre alt und erstaunlicherweise "ein Mann mit allen Eigenschaften, aber sie sind ihm gleichgültig" (Kap. 40). Dies ist die erste von zwei Bedeutungen des Titels "Mann ohne Eigenschaften". Aber was bedeutet das genauer? - "Man ist früher mit besserem Gewissen Person gewesen als heute." Denn "es ist eine Welt von Eigenschaften ohne Mann entstanden, von Erlebnissen ohne den, der sie erlebt." "Wahrscheinlich ist die Auflösung des anthropozentrischen Verhaltens, das den Menschen so lange Zeit für den Mittelpunkt des Weltalls gehalten hat, aber nun schon seit Jahrhunderten im Schwinden ist, endlich beim Ich selbst angelangt" (S. 154). Die Eigenschaften, die sich als moderne Beliebigkeit z.B. im Geschreibe der Medien verselbständigt und von der Person gelöst haben, sind dem Helden nur im ironischen Sinne "gleichgültig". In Wirklichkeit, so heißt es, wartete er "hinter seiner Person [...], und seine ruhige, dahinter abgedämmte Verzweiflung stieg mit jedem Tag höher" (S. 264). Darum nimmt sich der 32-Jährige kurz entschlossen "ein Jahr Urlaub vom Leben", um nach einem verantwortbaren Verhältnis zu seinen Eigenschaften zu suchen. Ihm wird klar, "dass nur eine Frage das Denken wirklich lohne, und das sei die des rechten Lebens" (S. 263). Solch einen Satz, so einen Grundsatz werden Sie bei keinem zeitgenössischen Schriftsteller finden. Das ist allein Musils Denken und Dichten.

8. Wo spielt der Roman? Im Vorkriegs-Österreich, der königlich-kaiserlichen Monarchie, die Musil Kakanien nennt. (Der erfundene Name erinnert übrigens auch an griechisch "kakós" = schlecht, untauglich.) Er beschreibt Kakanien so: Dies war ein "Staat, der sich selbst irgendwie nur noch mitmachte, man war negativ frei darin, ständig im Gefühl der unzureichenden Gründe der eigenen Existenz". Eben deshalb ist Kakanien in doppeltem Sinne der "fortgeschrittenste Staat": Weil hier nämlich, in einem "besonders deutlichen Fall der modernen Welt", die Auflösung der Wirklichkeit am weitesten fortgeschritten ist, kann sich hier auch am ehesten ein schöpferischer "Möglichkeitssinn" entfalten, der die Wirklichkeit "als Aufgabe und Erfindung behandelt". - Im Zentrum des 1. Buches steht die sogenannte "Parallelaktion". Unter diesem Decknamen verbergen sich die Vorbereitungen hochgestellter Persönlichkeiten, die das für 1918 zu erwartende 70-jährige Regierungsjubiläum des "Friedenskaisers" Franz Josef gegenüber dem gleichzeitigen bloß 30-jährigen Kaiser Wilhelms II. zum Ausdruck bringen wollen. Ohne dass sie es selbst bemerkten, werden all ihre scheinbar nur komischen Bemühungen um eine "erlösende Idee" in den begeistert begrüßten Ausbruch des Weltkrieges 1914 münden. Und das geplante "Weltösterreichjahr" 1918 wird sich ironischerweise als das des Zusammenbruchs beider Monarchien erweisen.

9. Wer spielt mit? Die Personenkonstellation. Ein ironischer "Zusammenhang der Dinge" zeigt sich in der Parallelität der Bestrebungen aller Personen des Romans. Sie verkörpern in verzerrten Spiegelungen die Versuche Ulrichs, eine sinnvolle Verwendung für seine Eigenschaften, d.h. "das Gesetz des rechten Lebens" zu finden. Nur unter diesem Aspekt sind die scheinbar disparaten Personengruppen miteinander verbunden. Die wichtigsten Figuren außer den Geschwistern Ulrich und Agathe sind Ulrichs Jugendfreunde Walter und dessen von der Erlösungsidee besessene Frau Clarisse, die sich magisch zu dem unzurechnungsfähigen Frauenmörder Moosbrugger und dem "Propheten" Meingast hingezogen fühlt. Hauptfiguren der "Parallelaktion" sind Ulrichs Cousine, die Wiener Salondame Diotima, und Ulrichs "Freundfeind" Arnheim, deren "Seelenroman" ironisch das mystische Liebesabenteuer der Geschwister Ulrich und Agathe spiegelt, sowie Graf Leinsdorf und (als komische Figur) General Stumm. Sodann der Personenkreis um Bankdirektor Fischel mit seiner Tochter Gerda und ihrem völkischen Freund Hans Sepp sowie die beiden Pädagogen Hagauer (Agathes ehemaliger Gatte) und der "Tugut" Lindner.

10. Meine These lautet: "Der Mann ohne Eigenschaften" ist ein ironischer und zugleich utopischer Roman.

- Aber zunächst einmal: Was heißt hier Ironie? Klar: Ironie, die kennt doch jeder. Im situativen Kontext versteht jeder die alltägliche Wendung: "Das hast du ja wieder großartig gemacht." Oder: "Du bist mir ja ein schöner Freund." Das Literaturlexikon erklärt, dass der Ironiker "sich zum Spott der gegnerischen Wertmaßstäbe bedient". Und: "Die Ironie ist der Ausdruck einer Sache durch ein deren Gegenteil bezeichnendes Wort. Sie ist eine Waffe der Parteilichkeit." Berühmtestes Beispiel: "Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann", heißt es in der Rede des Marc Anton in Shakespeares "Julius Caesar". Ich nenne sie die rhetorische Ironie. - Aber in der Literatur gibt es noch eine andere Art der Ironie: die Ironie im höheren Sinne, die Ironie sensu eminentiori, wie Kierkegaard sie in seiner Doktorarbeit nennt. Berühmt geworden ist auch die romantische Ironie als grundsätzlicher ironischer Standpunkt, als Haltung der Welt gegenüber, als Grundkonzeption eines ganzen literarischen Werkes. Bei der Ironie im höheren Sinne darf es sich nicht, wie Jean Paul mit Recht sagt, um "einen bloßen Tauschhandel des Ja gegen das Nein und umgekehrt" handeln. Kierkegaard erklärt: "Die Ironie im strengeren Sinne richtet sich nicht gegen das eine oder andere einzelne Daseiende, sie richtet sich gegen die ganze zu einer gewissen Zeit und unter gewissen Umständen gegebene Wirklichkeit. [...] Nicht diese oder jene Einzelerscheinung, sondern das Ganze des Daseins wird von ihr sub specie ironiae betrachtet." (Diss. S. 14) Musils Jahrhundertroman ist in diesem höheren Sinne ironisch - und nicht, wie manche meinen, satirisch. Warum? Musil spricht im Blick auf seinen "Mann ohne Eigenschaften" in einem "Vermächtnis" ausdrücklich von "konstruktiver Ironie": "Ironie ist: einen Klerikalen so darstellen, dass neben ihm auch ein Bolschewik getroffen ist. Einen Trottel so darstellen, dass der Autor plötzlich fühlt: das bin ja zum Teil ich selbst. Diese Art Ironie - die konstruktive Ironie - ist im heutigen Deutschland ziemlich unbekannt. Es ist der Zusammenhang der Dinge, aus dem sie nackt hervorgeht. Man hält Ironie [fälschlich] für Spott und Bespötteln." (S. 1645). - Jetzt sollten wir uns das etwas genauer anschauen: Was geht im Prozess der Ironie eigentlich vor sich? Ironie ist in jedem Falle auf die besondere Beteiligung des oder der Adressaten angewiesen. Dazu gehört freilich eine gewisse Intelligenz. Deshalb verstehen z.B. kleine Kinder Ironie überhaupt nicht. Denn der Rezipient muss selbst die Beziehung zwischen dem vordergründig Gesagten und einem entsprechenden Unausgesprochenen herstellen. Musils Ironie stellt also einen hohen Anspruch an den Leser. - Und noch etwas Wesentliches ist im Prozess der höheren Ironie zu beobachten. Das explizit Ausgesprochene ist ganz offenbar nicht gemeint. Das gegenteilige Angespielte darf aber nicht ausgesprochen werden. Das wäre spielverderberisch. Als Beispiel diene ein ironischer Scherz in einem Gedicht von Matthias Claudius. Nachdem der Esel sein trauriges Los detailliert beklagt hat, seufzt er: "Ah, die Natur schuf mich im Grimme! Sie gab mir nichts als eine schöne Stimme." Wer wollte hier erklären, der Esel habe doch bekanntlich eine sehr unschöne Stimme! Das wäre albern, ja unmöglich. Also: Weder das Ausgesprochene noch das Angespielte ist es. Was aber dann? Es ist das Spielfeld dazwischen! (Vergleiche hierzu unsere Lektüre des l. Kapitels des Romans!) Es ist die Energie, die frei wird im Spannungsfeld zwischen den beiden Polen des Ausgesprochenen und des Angespielten. Sie kann sich manchmal auch zeigen in einem Lächeln. Es ist eben "der Zusammenhang der Dinge, aus dem" Musils "konstruktive Ironie" hervorgeht. Hier geht es also um etwas Konstruktives, nicht um eine Satire, nicht einfach um ein satirisches Lächerlichmachen des altösterreichischen Kakanien, wie oberflächliche Interpreten meinen. Der Ironiker Musil ist es, der "an die Überzeugung der Heiligen (und der Ärzte und Ingenieure) glaubt, dass auch in den moralischen Abfällen unausgenützte Heizkraft stecke" (S. 340). Sie wird bei ihm zur Antriebskraft für ein weiterführendes dynamisches Prinzip: die Utopie.

11. Musil nennt sich selbst einen "bewussten Utopisten" (S. 16). Aber was ist Utopie? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort Utopie heute gewöhnlich abwertend im Sinne von "Schwärmerei, Hirngespinst" gebraucht. So steht es jedenfalls im Duden. Andererseits ist der Begriff Utopie besonders durch Ernst Bloch und sein Hauptwerk "Das Prinzip Hoffnung" gewaltig aufgewertet worden. Und seit einiger Zeit, mit dem Zusammenbruch des Sozialismus, ist es freilich dann wieder abgewertet worden. - In der literarischen Gestaltung ist Utopie die Darstellung einer hier und jetzt noch nicht oder nicht mehr realisierten idealen Wirklichkeit. Sie ist fiktive Vorwegnahme oder Wiederherstellung dessen, was sein sollte. Utopie ist also die Projektion einer als vollkommen gedachten Wirklichkeit ins Nirgendwo, das vom Standort einer als verderbt durchschauten Gegenwart aus in einer helleren Zukunft oder in einer verklärten Vergangenheit gesucht wird. Will man sich dessen, was sein sollte, darstellend oder denkend bemächtigen, muss man es räumlich oder zeitlich vom Hier und Heute wegverlegen in ein Nirgendland, welchen Namen man ihm auch immer geben mag. Denn Utopie ist etwas, wofür es noch nicht oder nicht mehr einen Ort in der gegenwärtigen Wirklichkeit gibt. Utopisches wird darum als Erinnerung aus der Vergangenheit heraufbeschworen oder als Vorwegnahme von Zukünftigem fingiert. So lassen sich zunächst progressive und regressive Utopie unterscheiden. - Als Urmodell eines vollkommenen Weltzustandes gilt für unseren Kulturkreis die alttestamentarische Darstellung eines Paradieses, das vor dem Beginn der eigentlichen Weltgeschichte am Anfang der Zeiten gedacht wird. Für das Ende der Zeiten wird ein neues Paradies, ein zukünftiges Reich Gottes erwartet, auf das zahllose Verheißungen und Sehnsüchte gerichtet sind. Gegenüber dem urzeitlichen und dem endzeitlichen Glückszustand erscheint der gesamte historische Ablauf der Menschheitsgeschichte nur als ein Zwischenstadium, welches - gemessen am Ursprung und Ziel aller Geschichte - als verderbt und sündhaft gilt. - In dieser dreigliedrigen Zeitkonzeption ist der temporale Prototyp utopischen Denkens zu sehen. Cum grano salis findet sich der Gedanke einer solchen triadischen Zeitstruktur des Weltgeschehens bei den Propheten des Alten Testaments, bei Hesiod, Platon, den Kirchenvätern, Joachim von Fiore, bei Thomas Morus, Comte, Lessing, Schiller, Novalis, Kleist, Hegel, Marx und ungezählten anderen, so sehr sich auch deren utopische Geschichtskonzeptionen inhaltlich in religiöser, philosophischer, politischer, gesellschaftlicher oder ästhetischer Hinsicht unterscheiden mögen. Als Beispiel sei nur kurz hingewiesen auf den historischen Materialismus von Marx: Am Anfang steht die eigentumslose kommunistische Urgesellschaft (sozusagen das Paradies). Sie wird durch die Erbsünde des Privateigentums zerstört. Am Ende des Geschichtsprozesses steht dann der Kommunismus (sozusagen das Reich Gottes). - Das durch eine triadische Zeitstruktur geprägte Utopiemodell wird häufig ergänzt oder ersetzt durch ein räumliches Schema der Utopie, das polar angelegt ist und sich etwa im Bilde des Gelobten Landes oder der zahlreichen Insel-Utopien verwirklicht. Das Land der Vollkommenheit hat allerdings, wie es die Wortschöpfung des Thomas Morus treffend zum Ausdruck bringt, keinen Ort in der bekanntlich unvollkommenen Wirklichkeit. Utopia ist daher vom Festland der hiesigen und heutigen Wirklichkeit isoliert und - wenn überhaupt - nur unter Gefahren zu erreichen. - Utopien gab es schon seit jeher. Thomas Morus aber ist der Erfinder des Wortes "Utopie" in seinem berühmten Buch über die "nova insula Utopia" (1516). Die griechische Partikel "ou" heißt "nicht", "topos" heißt "Ort". "Utopie" bedeutet also "Nichtort". Doch im Englischen spricht man die griechische Partikel "eu" = "gut" ebenso aus wie "u" = "nicht". Also ist der gute Ort zugleich der Nichtort. Ein höchst ironisches Wortspiel. Morus selbst ist tatsächlich der erste ironische Utopist (was freilich hier nicht gezeigt werden kann). Und Robert Musil? Er entwirft im "Mann ohne Eigenschaften" mehrere Utopien. Ich skizziere die zwei entscheidenden.

a) Zunächst Musils Utopie des Essayismus. Essay heißt Versuch, und Ulrich, der Mann ohne Eigenschaften, will ein "Leben auf Versuch und Widerruf" führen. Eine Kapitelüberschrift fasst es - mit sanfter Ironie - zusammen: "Auch die Erde, namentlich aber Ulrich, huldigt der Utopie des Essayismus." (S. 254) Er ist nämlich der Überzeugung, die Gegenwart sei "nichts als eine Hypothese, über die man noch nicht hinausgekommen ist". (S. 257) Darum nimmt er sich vor, hypothetisch zu leben. "Was sollte er da Besseres tun können, als sich von der Welt freizuhalten, in jenem guten Sinn, den ein Forscher Tatsachen gegenüber bewahrt, die ihn verführen wollen, voreilig an sie zu glauben?" (S. 257). "Es hat nicht wenige solcher Essayisten und Meister des innerlich schwebenden Lebens gegeben [...]; ihr Reich liegt zwischen Religion und Wissen, zwischen Beispiel und Lehre, zwischen amor intellectualis und Gedicht, sie sind Heilige mit und ohne Religion, und manchmal sind sie auch einfach Männer, die sich in einem Abenteuer verirrt haben." (S. 261) "Wenn es Wirklichkeitssinn gibt", überlegt Ulrich, der sich auf dieses Abenteuer eingelassen hat, "muss es auch Möglichkeitssinn geben." (S. 16) Und das gilt für die Lebenskonzeption des Mannes ohne Eigenschaften wie für Musils Konzeption der Dichtung. "Die Dichtung hat nicht die Aufgabe, das zu schildern, was ist [Realismus], sondern das, was sein soll, oder das, was sein könnte, als eine Teillösung dessen, was sein soll" [Utopismus]. (Tb 810) "Was ist", "was sein könnte", "was sein soll" - in diesen drei kurzen Gliedsätzen ist die Problematik utopischen Denkens und Dichtens zusammengefasst. - In dem Romankapitel, in welchem Ulrich dem Leser vorgestellt wird, berichtet der Autor, der Mann ohne Eigenschaften habe früher einmal in einem Schulaufsatz den "verdächtigen Satz" geschrieben, "dass wahrscheinlich auch Gott von seiner Welt am liebsten im Conjunctivus potentialis spreche (hic dixerit quispiam = hier könnte einer einwenden...), denn Gott macht die Welt und denkt dabei, es könnte ebensogut anders sein." (S. 19) Allerdings, der Zögling Ulrich "hatte sich vielleicht nicht verständlich genug ausgedrückt, denn es entstand große Aufregung darüber, und man hätte ihn beinahe aus der Schule entfernt [...]." (S. 19) Später heißt es: "Gott meint diese Welt keineswegs wörtlich; sie ist ein Bild, eine Analogie, eine Redewendung, deren er sich aus irgendwelchen Gründen bedienen muss, und natürlich immer unzureichend; wir dürfen ihn nicht beim Wort nehmen, wir selbst müssen die Lösung herausbekommen, die er uns aufgibt." (S. 366) Daraus erwächst Musils experimentelles Möglichkeitsdenken: "So wie eine große Versuchsstätte, wo die besten Arten, Mensch zu sein, durchgeprobt und neue entdeckt werden müssten, hatte er sich früher oft das Leben gedacht, wenn es ihm gefallen sollte. Dass das Gesamtlaboratorium etwas planlos arbeitete und dass die Leiter und Theoretiker des Ganzen fehlten, gehörte auf ein anderes Blatt." (S. 156) - Hier zeigt sich, dass Robert Musil in der modernen Literatur einzigartig ist, einer Literatur, die in der 2. Hälfte des 20. Jh.s zunehmend von existenzialistischem Pessimismus und Nihilismus erfüllt ist. Bei Beckett z.B. ist alles "Endspiel". Nirgends ist - wie bei Musil - die Rede vom Mut des "Möglichkeitsmenschen". Eine späte Notiz Musils lautet: "Dem Möglichkeitsmenschen entsprechen, die noch nicht erwachten Absichten Gottes'. - Von Anfang an ist die Beziehung auf Gott also einfach da." (S. 1620) In der Tat: "Dieses Buch ist religiös unter den Voraussetzungen der Ungläubigen." (S. 1645)

b) Musils mystische Utopie eines anderen Zustands. Seine Formel "anderer Zustand" ("a.Z") meint ein "wunderbares Gefühl der Entgrenzung und Grenzenlosigkeit des Äußeren wie des Inneren, das der Liebe und der Mystik gemeinsam ist." (S. 781) Musil hat einen großen Teil seines Lebenswerkes auf die Erforschung dieses "a.Z." verwandt. Dabei gibt es nicht nur Positives zu entdecken, wie sich u.a. in zwei Figuren des Romans zeigt. Die hysterische Ekstatikerin Clarisse will den Erlöser gebären -: Es ist die Zeit, die begierig auf den Heilsbringer wartet. Im Rausch der Massen erstanden dann ja auch in der Tat Führer wie Lenin, Stalin, Hitler... als Unheilsbringer. - Der Mädchenmörder Moosbrugger erlebt den "a.Z". als Trance beim Morden. - Entscheidend für das Erlebnis des "a.Z." aber ist der Mann ohne Eigenschaften selbst. Dieser Name hat nicht nur die erste, anfangs genannte Bedeutung der ironischen Distanz zu den eigenen Eigenschaften, er hat zweitens auch eine mystische Bedeutung: Die Formel "ohne Eigenschaften" oder auch "weiselos" stammt von Meister Eckart, dem großen deutschen Mystiker. Sie meint den Menschen selbst - ganz rein, als Substanz, ohne Akzidenz, also ohne Eigenschaften. Ist dieser "weiselose" Zustand erreicht, kann die ersehnte unio mystica gelingen. Es gibt eine große abendländische, christliche Tradition der Mystik. Aber heute sind vielen die Begriffe Mystik und Meditation eher von Asien her bekannt, z.B. durch den berühmten Zen-Buddhismus aus Japan. Oder man denkt beim Begriff Mystik leider an die verbreitete Esoterik mit ihrem Mummenschanz. Musil dagegen sucht ausdrücklich eine "taghelle Mystik". Den Weg in den "anderen Zustand" müsse man auch mit einem Lastkraftwagen befahren können... Im Roman heißt es: "Erreicht man [...] die höchste Selbstlosigkeit, dann berühren sich schließlich Außen und Innen, als wäre ein Keil ausgesprungen, der die Welt geteilt hat." (S. 1171) Dieser Satz, der das All-Einheitserlebnis formuliert, steht in dem Kapitel "Atemzüge eines Sommertags", an dem Musil noch an seinem Todestage schrieb. - Das Einssein mit allem schließt eigentlich jeden anderen Menschen aus - es sei denn eine "Zwillingsschwester". Es ist Agathe, die plötzlich auftaucht und mit der Ulrich ins "Tausendjährige Reich" reist, das "auch das Reich der Liebe genannt" wird (S. 1171) - oder das "Paradies". Aus dieser "Reise an den Rand des Möglichen" (S. 777), der "Reise ins Paradies" möchte ich nun ausführlich zitieren, auch um die Sprachkraft des Dichters Musil hörbar zu machen. Zitat S. 1443 ff.

12. Der Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" ist Fragment geblieben. Musil ist heute vor 60 Jahren bei der Arbeit gestorben. Ob er ihn je hätte vollenden können, ist eine offene Frage. - Kann man diesen Riesen-Roman wirklich lesen? Ja, gewiss: Wenn man auf den Geschmack gekommen ist. Sind Sie nun auf den Geschmack gekommen? Oder habe ich Sie gar abgeschreckt? Ich möchte - nach so vielen Zitaten - mit einem letzten enden, das Robert Musil und seinen Mut zum Möglichkeitssinn in ganz eigener Weise charakterisiert: "Literatur ist ein kühner, logischer kombiniertes Leben. Ein Erzeugen oder Herausanalysieren von Möglichkeiten." (Tb 128) Sie "erhält das Noch-nicht-zu-Ende-Gekommene des Menschen, den Anreiz seiner Entwicklung am Brennen." (Tb 916)

Zitiert nach:

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Hamburg 1957 (zitiert nur mit Seitenangabe.)
Robert Musil: Tagebücher, Aphorismen, Essays und Reden. Hamburg 1955 (zitiert mit Tb + Seitenangabe.)

Heiratswillige polnische Single-Frauen

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Frauen aus Polen auf Partnersuche

Bei PolishHarmony finden deutschsprachige Männer
eine polnische Lebenspartnerin.
Frauen aus Polen suchen hier einen Mann,
mit dem sie eine Zukunft aufbauen wollen

 

PolishHarmony im Test
Das ist eine relativ junge Partnervermittlung.
Wo Männer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
eine Polin für eine langfristige Beziehung finden können.

„Echte Liebe kennt keine Grenzen“.
Unter diesem Motto ist die Partnerbörse Anfang 2010
auf den Markt gekommen.
Insgesamt finden sich hier mehr als 9.000 Kontaktanzeigen polnischer Damen.

Es geht hier nicht in erster Linie ums Flirten, Chatten oder Daten –
Wie bei deutschen Singlebörsen.
Sondern das Ziel ist, einen Lebenspartner zu finden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen aus Osteuropa sind polnische Frauen
viel näher dran an Deutschland:
Geografisch, sprachlich und auch was die Mentalität angeht.

Viele Frauen waren schon einmal hier:
zum Arbeiten, als Touristen oder bei Verwandten. Sie wissen, wie es hier ist.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für jeden Mann,
der östlich von Oder und Neiße auf Partnersuche geht.

 

Zielgruppe/ Frauen : Männer

Deutsche Männer suchen eine Polin.
Frauen aus Polen einen deutschen Mann.
Dabei sind bei dieser Partnervermittlung auch solche Mädels auf der Suche,
die schon hier in Deutschland wohnen.
Über die Anzahl der deutschen Männerprofile liegen
keine genauen Statistiken vor.
Aber es ist anzunehmen, dass die Männer hier leicht in der Überzahl sind.

 

Anmeldung
Da ich die Partnervermittlung www.polishharmony.de hier und heute
beschreiben und testen möchte, melde ich mich jetzt mal kostenlos an.
Ich erstelle mein Profil.

Zuerst allgemeine Angaben:
Interessen, Job, Hobbys, Lieblingszeitung, Sportarten, Lieblingsmusik.
Meine Lieblingsfilme, mein Lieblingsbuch.
Meine Rauch- und Trinkgewohnheiten.
Meinen Bierkonsum darf ich hier natürlich nicht nennen.
Sonst habe ich ganz schlechte Karten.
Dann geht’s auch schon los mit dem psychologischen Partnertest.

Die wollen wissen:
mann sucht frau für weltreise /> Was suchen Sie hier bei PolishHarmony?
Jetzt muss ich Farbe bekennen: „Meinen Schatz“ natürlich! Logo!
„Frau mit Geld“ kann ich ja schlecht sagen.
Es werden etliche Fragen zu meinen persönlichen Einstellungen gestellt.
Die ich alle mit eigenen Worten beantworten kann.

Jetzt beschreibe ich meine Traumfrau:
Aussehen, Größe, Alter, Bildung, Rauchen, Alkohol trinken.
Ich mache Angaben zu Kindern und zu Sprachkenntnissen.

Zuletzt lade ich noch einige Fotos von mir hoch.
Und schon bekomme ich die ersten Partnervorschläge.
Die zu meinen Suchkriterien im Test passen.
Ich kann mir jetzt schon mal so ungefähr ein Bild
von den Damen aus Polen machen.

 

Button Grün 1

Partnersuche in Polen:
Deutschsprachige Single-Frauen aus dem Nachbarland

 

In Polen Ehepartnerin finden

 

Kostenlose Mitgliedschaft
Die Funktionen der kostenlosen Mitgliedschaft
Anmeldung, Profil erstellen
Psychologischer Partnertest (Fragebogen)
Partnervorschläge erhalten
Kontaktanzeigen mit Foto ansehen

Profile suchen:
Oben links kann ich mit dem Button „Partnersuche starten“
auf Profilsuche gehen.
In der Übersicht der gefundenen Profile sehe ich aber nur ein Bild.
Und sonst praktisch nichts. Etwas mehr kann ich
in den Partnervorschlägen sehen, die ich bekommen habe.
Viele leben in Warschau. Andere in Danzig, Stettin, Lodz, Posen und Krakau.
Aber auch viele kleinere Orte sind dabei:
Allenstein, Oppeln, Bromberg, Hindenburg, Kielce.
Und wie sie alle heißen.


Jetzt kommt ein Partnervorschlag für mich

Da ist eine Frau (40) aus Breslau an der Oder.
Sorry: Wroclaw heißt das natürlich.
Ihr Name steht nicht dabei. Ich nenne sie einfach mal Anja.
Sie wird es mir hoffentlich nachsehen.

Anja ist von Beruf Krankenschwester.
Sie liebt Fahrrad fahren, Fitness, Pop-Musik, Squash, Mountainbike,
Tanzen und Urlaub am Strand.
Aber Hallo! Ganz schön sportlich, die Dame.
Sieht man aber auch an ihrer Figur.

Sie schreibt, sie könne sich vorstellen, nach Deutschland umzuziehen.
Wenn sie denn einen guten Mann findet.
Andernfalls hätte die ganze Sache ja auch keinen Sinn.

Sie kann Deutsch und Englisch. Hat keine Kinder.
Rauchen tut sie nicht. Das spart viel Geld.
Sie hat sich heute zum letzten Mal eingeloggt. Ist also top-aktuell.
Anja hat noch 4 weitere Bilder hier. Ansehen kann ich die leider nicht
als als kostenloses Mitglied. So ein Pech aber auch!

Anja beschreibt sich als offen, liebevoll, spontan, intelligent,
warmherzig und zärtlich.
Wie so viele Frauen aus Polen ist Anja bildhübsch und attraktiv.
Zum Anbeißen, könnte man sagen. Sorry!

Polinnen auch aus Deutschland
Insgesamt habe ich 128 Partnervorschläge.
Die muss ich mir später doch mal genauer ansehen.

Ich sehe hier übrigens auch Mädels, die heute schon in Deutschland wohnen:
In Berlin, Hamburg, Frankfurt und Mainz.
Ja sogar in Brunsbüttel und in Hof/ Bayern.
Bei jedem Vorschlag stehen die Matchingpunkte in Prozent.
Das sind die Übereinstimmungs-Punkte im Profil von Mann und Frau.

Aber irgendwie ist der Wurm drin. Ich komme nicht so recht weiter.
Das einzige, was ich machen kann:
Die Frau aus meinen Partnervorschlägen löschen.
Oder sie zu meinen Favoriten hinzufügen.
Mehr ist nicht möglich. Aus die Maus!

Unter anderem ist es für mich an dieser Stelle wichtig,
dass eine Frau Deutsch spricht. Zumindest aber Englisch.
Mit Polnisch oder Russisch könnte ich nichts anfangen.

PolishHarmony schreibt
Als Partnerangebote werden nur aktive Frauen-Profile präsentiert.
Also nur die Damen, die sich innerhalb der letzten 30 Tage
zumindest einmal eingeloggt haben.

 

Kostenpflichtige Mitgliedschaft
Um Profile vollständig zu sehen und um die Frauen aus Polen anzuschreiben:
Dazu braucht man einen kostenpflichtigen Account.

PolishHarmony unterscheidet dabei zwischen 2 Bezahl-Modellen

Prepaid:
Mit dem 31-Euro-Paket darf man 9 Frauen anschreiben.
Für 15 Kontakte kostet es 51 Euro.

Flatrate:
1 Monat          = 75.00 Euro
3 Monate        = 48,33 Euro/ Monat
6 Monate        = 28,67 Euro/ Monat
12 Monate      = 18,33 Euro/ Monat
Im Gegensatz zu deutschen Partnervermittlungen wird die
Flatrate nach Ablauf der Zeit nicht automatisch verlängert.
Sie läuft also einfach nur aus.
Man wird zum kostenlosen Mitglied zurückgestuft.

Wo kann ich die aktuellen Preise sehen
Auf der Startseite klicke ich auf irgendein Bild.
Dann werden im nächsten Fenster die Kosten
von Prepaid und Flatrate gezeigt.

Preisvergleich
Die Flatrate für nur einen Monat ist nicht billig! Ungefähr vergleichbar
mit den Kosten für die besten deutschen Partnervermittlungen.

Als ernsthafter Interessent sollte man sich Gedanken machen, ob man
vielleicht die 6-Monats-Flatrate nimmt. Dann sind die Kosten pro Monat
wesentlich niedriger als bei der 1-Monats-Flatrate.
1 Monat ist sowieso viel zu kurz, wenn man eine Partnerin
einigermaßen gut kennenlernen will.
Bevor man mit dem Auto oder Billigflieger (RyanAir) nach Polen reist.

Sucht man ernsthaft eine polnische Frau,
dann wird die Prepaid-Mitgliedschaft vielleicht nicht ausreichen.
Die relativ hohen Preise der Flatrate geben den Frauen
aus Warschau, Breslau und Danzig eine gewisse Sicherheit:
Dass hier nur solche Männer aus Deutschland unterwegs sind,
die ein wirkliches Interesse an einer neuen Lebenspartnerin haben.
Keine Fakes, keine Spaßvögel.

Die Funktionen der Flatrate
Ich kann mir die Kontaktanzeigen vollständig ansehen.
Ich kann ohne Abstriche die Frauen anschreiben.
Und natürlich ihre Antworten lesen.
Ich kann eine Polin direkt zum Chat einladen. Oder indirekt per E-Mail.
Ich habe eine Kontaktgarantie.

Mit wenigen Klicks kann ich bei der Flatrate
für eine gewisse Zeit eine Pause einlegen.
Wenn ich zwischendurch eine Weltreise mache.
Oder einfach nur nach Mallorca düse.
Dann kann ich meine Mitgliedschaft ruhen lassen.
Somit verstreicht keine kostbare Flatrate-Zeit sinnlos.

 

Besondere Funktionen
Der Chat
Als zahlendes Mitglied kann ich polnische Frauen zum Chatten einladen
und mit ihr live scheiben. Leider gibt es noch keinen Video-Chat.
Das wäre natürlich optimal.
Wenn ich auf den Menüpunkt „Chat“ klicke.
Dann werden mir die Kontaktanzeigen von solchen Frauen angezeigt,
mit denen ich schon Nachrichten geschrieben habe.
Falls eine von diesen Anzeigen grün markiert ist, dann ist diese Frau
gerade online. Und ich kann sie direkt zum Chatten einladen.

Kontaktgarantie
Je nach Länge meiner Mitgliedschaft (Flatrate) wird mir eine Mindestanzahl
an Kontakten garantiert. Wenn ich diese Anzahl nicht erreiche, dann verlängert PolishHarmony den Vertrag kostenlos um eine bestimmte Zeit.

Der Menüpunkt „Ratgeber“
Hier finden Sie jede Menge Tipps rund um die Themen
Polen/ Land und Leute
Wie man am besten die erste Mail an eine Frau schreibt
Es wird beschrieben, wie die Frauen aus Polen sind: Mentalität usw.
Es gibt Ratschläge zum ersten realen Treffen
Und noch ein paar Punkte mehr.
Sehr informativ für alle Männer, die ernsthaft eine Polin
für eine feste Beziehung suchen.
Und sich für das Land, die Leute und Vorgehensweise
beim Kennenlernen interessieren.


Kontaktdaten der Partnervermittlung
In der Fußzeile der Webseite kann man die Daten einsehen:
Hotline: 0811 124 90 250 (täglich 10-14 und 19-23 Uhr).
Eine deutsche Nummer also!
Fax: 0811 124 90 259

 

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Kündigung
Prepaid und Flatrate-Mitgliedschaft verlängern sich nicht automatisch.
Es ist kein Abo. Wenn die bezahlte Vertragszeit abgelaufen ist,
dann werde ich zum kostenlosen Mitglied zurück gestuft.
Das kann man in den AGB nachlesen.

 

Fazit meines Tests
PolishHarmony gehört zur größten Partnervermittlung in Polska: zu MyDwoje.pl.

Damit profitiert es von den langjährigen Erfahrungen dieser großen Partnerbörse.
Vor allem in Bezug auf die deutsch-polnische Mentalität.
PolishHarmony kann diese Erfahrungen einbringen zum Nutzen beider Seiten –
polnische Frauen und deutsche Männer.

Außerdem ist zu erwarten, dass sich durch diese Verwandtschaft zu MyDwoje.pl.
in den nächsten Jahren noch viele Mädchen aus Polen hier anmelden werden.
Mir wurden optisch recht attraktive Frauen als Kontakte vorgeschlagen.
Hübsch, aber nicht superschön.
Denn wenn ich Model-artige Frauen sehe, werde ich immer etwas misstrauisch.

Wenn ich eine Frau aus Polen als Partnerin suchen würde, dann ganz sicher hier.
Bei dieser Partnervermittlung habe ich die Gewissheit, dass es ein seriöses
und professionelles Portal ist.
Ich habe im Internet auch schon andere Osteuropa-Kontaktbörsen gesehen.
Als erfahrener Online-Dater ahnt man da gleich, wie der Hase läuft.

Wie man es für eine Partnerbörse dieser Preisklasse erwarten kann,
darf man hier live mit den Frauen chatten.
Zwar noch nicht mit Webcam, aber immerhin.
Um mit einer Kamera zu sprechen, wird der findige Kerl aus Deutschland
sicher andere Möglichkeiten entdecken. Skype zum Beispiel.

Was mir nicht so gut gefällt:
Die Harmony-Points (HP) machen das Verstehen der Leistungen und Preise
schon etwas kompliziert. Mit diesem Punkte-System muss man sich
schon etwas genauer auseinander setzen, um es zu verstehen.
Für meine grauen Zellen ist das im Moment zuviel verlangt.

Positiv hingegen sehe ich, dass man eine deutsche Telefon-Hotline nutzen kann.
Also immer einen gescheiten Ansprechpartner hat.
Ich muss vorher nicht polnisch lernen. Das könnte Jahrzehnte dauern.

Insgesamt kann ich diese Kontaktbörse empfehlen.
Das Design und die gesamte Seite ist schön und professionell gestaltet.
Das Portal ist nicht geizig mit Partnervorschlägen.
Die Damen machen Appetit auf mehr.

Wer ernsthaft Frauen aus Polen kennenlernen möchte,
für den habe ich keine bessere Partnerbörse gefunden als PolishHarmony.
Abgesehen von dem etwas komplizierten System mit den Harmony-Points
habe ich so gut wie keine Nachteile gefunden.

Vor allem können Sie in den Profilen sehen, welche Sprache eine Frau spricht.
Und ob sie prinzipiell umzugsbereit ist – zwei ganz wichtige Gesichtspunkte!

 

So liebe Leser,
das war meine Rundreise durch diese
deutsch-polnische Partnervermittlung.
Ich hoffe, es war gut und informativ für Sie.

Wenn Sie ernsthaft eine Frau aus Polen
als Lebenspartnerin finden möchten.
Dann ist PolishHarmony sicher erste Wahl.

 

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3 Comments

Zahra Doejune 2, 2017
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